Die Awo-Kinder machen Zirkus

Tierdresseur Benjamin Thiel hat den Kindern die Scheu vor den beeindruckend großen, aber sanftmütigen Ziegenböcken genommen.
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Tierdresseur Benjamin Thiel hat den Kindern die Scheu vor den beeindruckend großen, aber sanftmütigen Ziegenböcken genommen.

Der Circus Benjamin gastiert in dieser Woche im Awo-Kinderhaus. Heute zeigen die Kleinen, was sie in dieser Woche gelernt haben

shz.de von
18. Februar 2016, 14:12 Uhr

Die beiden Böcke mit ihren beachtlichen Hörnern sind imposante Erscheinungen. Die Waliser Ziegen wirken um so größer, je dichter sie neben den Drei- bis Sechsjährigen des Malenter Awo-Kindergartens stehen. Doch wenn eines der Kinder „Schangi“ oder „Elvis“ an die Leine nehmen, gebärden sich die Tiere lammfromm. Entweder laufen sie über einen Balken, stellen sich auf die Hinterbeine oder fressen den Kindern aus der Hand.

Seit Beginn dieser Woche herrscht in der Malenter Kita Ausnahmezustand. Denn dort ist der Hamburger Circus Benjamin zu Gast. Benjamin Thiel und seine Frau Nicole haben hinter der Kita nicht nur ein (gut beheiztes) großes Zirkuszelt aufgebaut, sie haben auch viele Tiere mitgebracht. In der Manege treten neben den Ziegen der Hund „Jack“, ein Frettchen und Tauben mit den Kindern auf – und eine Schlange, eine rund vier Meter lange Tigerpython. Die Kinder werden sie heute bei der Zirkusvorstellung ihren Eltern, Großeltern und Freunden präsentieren. Außerdem haben die fast 140 Kita-Kinder schon Bekanntschaft mit Pommern- und Höckergänsen sowie Hühnern gemacht. Diese sollen aber erst im nächsten Jahr im Circus auftreten, sagt Benjamin Thiel.

Die Kita finanziert den Zirkus mit Flohmarkteinnahmen. „Wir wollten das mal ausprobieren“, berichtet Leiterin Annett Klöfkorn Papke. „Für die Kinder ist das ganz wunderbar“, ist sie überzeugt. Alle Kinder seien eingebunden und „unendlich stolz, wenn sie das ihren Eltern zeigen“.

Seit Montag proben die beiden Zirkusleute, die ausschließlich mit Kitas zusammenarbeiten, mit den Malenter Kindern und haben offenbar schon einige Hemmschwellen abgebaut. „Das hast du ganz toll gemacht heute“, sagt Benjamin Thiel zu Loena. Die Vierjährige macht bei der Ziegendressur mit und hat sich an den ersten beiden Tagen nur an der Hand einer Erzieherin an die Tiere herangetraut. Doch gestern war ihre Scheu verflogen, und sie machte unbekümmert bei der Probe mit.

Bei den etwa fünf Jahre alten Ziegen handelt es sich eigentlich um kastrierte Böcke, sogenannte Mönche. Er habe lange gesucht, bis er Tiere mit einem so sanftmütigen Charakter gefunden habe, berichtet Benjamin Thiel (38). Er wuchs in der Zirkusfamilie Spindler auf und ist Wildtierdresseur. Bei den Ziegen sei die Dressur aber relativ leicht, sagt er: „Die arbeiten sehr auf Belohnung.“ Zwischen den kleinen Kunststücken haben die Kinder immer wieder einen speziellen Keks für „Schangi“ und „Elvis“.

Mit Ausnahme der ganz kleinen Kinder machen fast alle beim Zirkus mit. Während die Älteren mit den Tieren auftreten, als Clowns oder mit dem Lasso, zeigen die Krippenkinder eine Tigernummer. Aufführungen sind heute um 14.15 Uhr und 16.15 Uhr.

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