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DGB Ostholstein feiert den Erfolg des Mindestlohnes

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kreisvorsitzender Janke: Ein Jahr nach der Einführung kein Jobverlust sichtbar

von
erstellt am 05.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Einen „Riesenerfolg“ nennt der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Uwe Janke (Foto), den gesetzlichen Mindestlohn. „Ein Jahr nach seiner Einführung werfen wir einen Blick auf seine Wirkungen und stellen fest: Er hat keine Jobs gekostet und vielen Beschäftigten ein kräftiges Lohnplus beschert“, erklärt Janke. „Wer im Vorfeld Jobverluste, Unternehmenspleiten und explodierende Verbraucherpreise befürchtete, wird nun eines Besseren belehrt.“

Vor allem Frauen, Ungelernte, Beschäftigte in Dienstleistungsbranchen sowie Arbeitnehmer in Ostdeutschland profitierten von der Lohnuntergrenze. Das habe eine DGB-Analyse der Zahlen des Statistischen Bundesamts vom 2. Quartal 2015 im Vergleich mit dem Vorjahresquartal ergeben. Aktuellere seien noch nicht verfügbar.

Bundesweit seien in diesem Zeitraum die Löhne der Ungelernten in Vollzeit- und Teilzeitstellen um 3,3 Prozent gestiegen. Bayern sei abweichend mit 1,1 Prozent. In dieser Zahl seien Minijobs nicht enthalten. Der Lohnzuwachs im Gastgewerbe und im Handel sei besonders auffällig: Er betragt im Gastgewerbe sechs Prozent, (West 4,9 Prozent, Ost 18,4 Prozent). Im Handel erhielten die Beschäftigten bundesweit im Schnitt 2,7 Prozent mehr Geld (West 1,3, Ost: 17,8).

Über viele Branchen hinweg profitieren besonders die Frauen vom Mindestlohn: Sie erhielten bundesweit 3,5 Prozent mehr Lohn (Männer: 3,1).

Für Ostholstein lägen keine Zahlen zur Lohnentwicklung vor. Daten zur Entwicklung der Beschäftigung (Januar bis Ende März 2015) zeigten jedoch: Sozialversicherungspflichtige Arbeit habe im Landkreis um 1,1 Prozent (605 Stellen) zugenommen, während die ausschließlich geringfügige Beschäftigung um 1,8 Prozent (216) abgenommen habe.

Janke: „Betrachtet man die DGB-Region Schleswig-Holstein Südost, sind im Landkreis Ostholstein die wenigsten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Grundsätzlich liegt die Vermutung nahe, dass Minijobs zu regulären (Teilzeit)-Stellen zusammengelegt wurden. Und es zeigt sich auch, dass der Mindestlohn in konjunkturell guten Zeiten den Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung bewirkt statt einer Zunahme prekärer Minijobs.“

Befürchtungen, durch den Mindestlohn würden Unternehmen in die Pleite getrieben, seien unbegründet: Von Januar bis August 2015 seien rund 3,7 Prozent weniger Insolvenzen verzeichnet worden als im Vorjahreszeitraum. Seit der Jahrtausendwende sei das der niedrigste Stand der Unternehmensinsolvenzen.

„Wir werden weiterhin darauf achten, dass der Mindestlohn wirklich überall ankommt“, betont Janke. Deshalb seien engmaschige Kontrollen mit Blick auf Schwarzarbeit unabdingbar. „Auch vor dem Hintergrund der Flüchtlingsbewegungen: Flüchtlinge kennen sich mit den hiesigen Gesetzen noch nicht aus. Wenn sie auf den Arbeitsmarkt kommen, benötigen auch sie Schutz vor Lohndumping und Verstößen gegen das Mindestlohngesetz. Die Kontrollen müssen daher aufgestockt werden.“

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