DGB: Mindestlohn hilft tausenden Ostholsteinern

Gewerkschaft rechnet mit Vorteilen für mindestens elf Prozent der Vollzeit-Arbeitnehmer / Kontrolle gefordert

23-24686865_23-57296160_1417184519.JPG von
15. Dezember 2014, 17:30 Uhr

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht der Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde zum 1. Januar 2015 erwartungsvoll entgegen. Nach seinen Berechnungen müssten in Ostholstein davon über elf Prozent der insgesamt 31  500 Vollzeitbeschäftigten profitieren.

Nach den vom DGB ausgewerteten amtlichen Entgeltstatistiken müssen derzeit knapp 3600 ganztags Beschäftigte mit einem Bruttoverdienst bis zu 1500 Euro im Monat auskommen. Für sie werde der Mindestlohn eine Einkommensverbesserung bringen. Dies gelte auch für fast 20  000 Arbeitnehmer, die eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung ausüben sowie für die über 18  000 Mini-Jobber in Ostholstein.

„Bundesweit werden etwa zwei Drittel der Mini-Jobber vom Mindestlohn profitieren, wobei bundesweit deutlich mehr Frauen im Niedriglohnbereich arbeiten als Männer. Dieser Trend zeigt sich auch in Ostholstein. Während gut sieben Prozent der vollzeitbeschäftigten Männer in Ostholstein brutto weniger als 1500 Euro monatlich verdienen, liegt der Anteil der Frauen bei 18 Prozent “, sagte DGB-Regionsgeschäftsführer Andreas Sankewitz.

Er zeigte sich überzeugt, dass der gesetzliche Mindestlohn zu mehr Gerechtigkeit führen werde. „Auch die Akzeptanz bei den Unternehmen wird zunehmen, wenn sie sicher sein können, dass der Mindestlohn auch von der Konkurrenz bezahlt wird“, so Sankewitz.

Wichtig sei allerdings eine wirksame Überwachung. „Einige Arbeitgeber versuchen mit allen Tricks den Mindestlohn zu umgehen. Das ist kein Kavaliersdelikt“, so der DGB-Vertreter. Wer gegen das Mindestlohngesetz verstoße, müsse mit Geldbußen bis zu 500  000 Euro rechnen. Wem der Mindestlohn vorenthalten werde, könne bis zu drei Jahre später Klage einreichen.

Andreas Sankewitz wies darauf hin, dass tariflich ausgehandelte Branchen-Mindestlöhne ihre Gültigkeit behalten und nicht mit Hinweis auf den gesetzlichen Mindestlohn gekürzt werden können. Am Am 12. Januar werden Mitglieder des DGB Ostholstein sich an dem bundesweiten Aktionstag beteiligen und in den frühen Morgenstunden in Eutin und Scharbeutz Informationsmaterial verteilen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen