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Ostholsteiner Anzeiger

19. Oktober 2017 | 16:28 Uhr

DFB-Kicker schwitzen in Malente

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

U16-Nationalmannschaft absolviert seit Sonntag einen Sichtungslehrgang für zwei Länderspiele in Tschechien im November

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 13:42 Uhr

Für 23 Nachwuchsfußballer des Geburtsjahrgangs 1999 geht es im „Uwe-Seeler-Fußball-Park“ um einen Platz im Kader für die deutsche Jugendnationalmannschaft, die im November zwei Spiele in Tschechien absolviert. „Insgesamt umfasst der Kreis der U16-Nationalmannschaft rund 40 Spieler. Die Tür ist für jeden offen, der sich durch Leistungen empfiehlt“, sagt DFB-Trainer Meikel Schönweitz.

Der 34-Jährige hat sich früh für die Trainerlaufbahn entschieden, war schon mit 28 Jahren Verbandssportlehrer in Hessen, wechselte dann zum FSV Mainz 05 und steht seit dem 1. Juli in Diensten des Deutschen Fußball Bundes. Die Aufgabe auf dem Trainingsplatz sei in diesen drei Funktionen die gleiche geblieben, sagt Schönweitz. Es gebe aber in den drei Bereichen jeweils Zusatzaufgaben. So war er beim Hessischen Fußballverband auch für die Trainerausbildung und Umstrukturierungen verantwortlich. Bei Fußball-Bundesligist Mainz 05 war
er auch Schulkoordinator für das Jugend-Leistungszentrum. Und beim DFB ist er nicht nur Trainer der U16-Nationalmannschaft, sondern auch Koordinator für begleitende Projekte der Jahrgänge U15 bis U17.

Meikel Schönweitz gibt einen Einblick in seine Arbeit: „In der U16 sind drei Faktoren entscheidend: das sportliche Talent, die physischen Voraussetzungen und die Mentalität des Spielers.“ Diese drei Faktoren machen einen Nationalspieler aus. Dabei werde die Mentalität mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Da komme es auch auf die Widerstandsfähigkeit und das Durchsetzungsvermögen an.

Im DFB gebe es die Philosophie, einen offensiv orientierten attraktiven Fußball zu spielen. Dazu entwickeln die jeweiligen Trainer das Spielsystem, das zu ihrer Mannschaft passt. „Wir wollen flexibel sein, was das Spielsystem angeht“, stellt Meikel Schönweitz fest. Eine wesentliche Grundlage für die Nominierung in eine Jugend-Nationalmannschaft ist der Länderpokal. Das ist ein Turnier für die Auswahlmannschaften der Landesverbände. Hier nehmen die Talentsichter der Vereine im Leistungsfußball und die DFB-Trainer die jungen Kicker unter die Lupe. Auch Tim Schüler ist so aufgefallen. Er spielt für Holstein Kiel in der U17-Bundesliga, ist in den Blickpunkt gerückt und hat auch im Verein überzeugt. Die logische Folge: Tim Schüler ist in Malente dabei und mit ihm auch sein Mannschaftskamerad Grady Zinkondo, der nachnominiert worden ist, weil andere Auswahlspieler wegen Verletzungen absagen mussten.

Wenn der DFB die U16-Auswahl zum Lehrgang nach Malente schickt, dann reisen nicht nur 25 Spieler an. Zum Tross gehören neben dem Trainer, ein Co-Trainer, ein Fitnesstrainer, ein Torwarttrainer, ein Arzt, zwei Physiotherapeuten, ein Teammanager, zwei Lehrer und ein Materialwart. Während Trainer Meikel Schönweitz und Teammanager Dennis Bessel das Programm der letzten beiden Tage in Malente besprechen, schwitzt nebenan ein U16-Spieler: Er schreibt eine Klausur, über der auch seine Klasse zu Hause am selben Tag brütet, denn der DFB legt großen Wert darauf, dass die jungen Kicker auch auf der Schulbank Leistung bringen.

„Eine Karriere als Fußballer ist nicht so perfekt planbar, wie wir es vielleicht gern hätten. Aber das macht auch den Reiz der Aufgabe eines Jugendtrainers aus“, sagt Meikel Schönweitz. So habe Erik Durm in der U23 des FSV Mainz 05 in der Regionalliga noch als Stürmer gespielt, in Rio de Janeiro wurde er im Juli Weltmeister – als Außenverteidiger.

Die Kunst eines Auswahltrainers ist es, in einem kurzen Zeitraum eine Mannschaft zu formen. In Malente stehen U16-Talente aus 14 Vereinen auf dem Trainingsplatz. „Wir finden in der Sportschule des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, also dem Uwe-Seeler-Fußball-Park, sehr gute Bedingungen vor“, stellt Meikel Schönweitz fest. Der Lehrgang endet am heutigen Mittwoch. In den nächsten Tagen erfahren die Vereinstrainer, wie sich ihre Spieler gemacht haben – und wer wahrscheinlich zum Aufgebot für die Tschechien-Länderspiele gehören wird.

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