Schönwalde am Bungsberg : Deutschlands nördlichster Skilift am Bungsberg steht still

In Deutschlands nördlichstem Wintersportgebiet am Bungsberg droht ein Winter ohne Skilift.

In Deutschlands nördlichstem Wintersportgebiet am Bungsberg droht ein Winter ohne Skilift.

Skiläufern, Rodlern und Snowboardern droht Ungemach. Denn Deutschlands nördlichstem Skilift droht das Aus.

shz.de von
24. November 2018, 10:12 Uhr

Schönwalde am Bungsberg | In Deutschlands nördlichstem Wintersportgebiet am Bungsberg droht ein Winter ohne Skilift. Die Anlage müsse dringend überholt werde, es fehle ein qualifizierter Betreiber und die Gemeinde überlege, ob sie sich den Liftbetrieb finanziell noch leisten könne, sagte Schönwaldes Bürgermeister Winfried Saak (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

Seit 2013 gab es immer wieder Streit zwischen den privaten Grundeigentümern und der Gemeinde. Seit zwei Jahren steht der Lift nicht nur wegen des fehlenden Schnees still. Ob der Lift in diesem Winter wieder Skiläufer auf den 168 Meter hohen Bungsberg befördern könne, sei noch ungewiss. Die Gemeinde sei aber sehr daran interessiert, dass der Liftbetrieb weitergehe.

Der ursprüngliche Plan kann nicht aufrecht erhalten werden

Das größte Hindernis sei der fehlende Betreiber, sagte Saak. Dabei hatte sich die Gemeinde Ende 2017 noch mit dem Wirt auf dem Bungsberg darauf geeinigt, dass er sich während der Wintersaison um den Betrieb der Anlage kümmere. Doch „der Gastronom hat nicht die erforderliche Qualifikation dafür. Er wird diese Aufgabe nicht übernehmen“, sagte Saak.

Außerdem sei die mehrere Jahrzehnte Liftanlage in schlechtem Zustand und müsse dringend überholt werden, sagte der Bürgermeister. „Schließlich muss der TÜV die Anlage auch noch abnehmen. Da kommt einiges an Kosten auf die Gemeinde zu und wir müssen schon überlegen, ob wir uns das leisten können und wollen“, sagte er.

Immer wieder Ärger um die Anlage

Bis 2013 hatten die Landwirte Horst Schnoor und Hans-Heinrich Schröder den 250 Meter langen Schlepplift betrieben. Dann zog sich Schnoor aus Altersgründen zurück, Sohn und Schwiegertochter wollten die Aufgabe nicht übernehmen.

Bei der Suche nach einem Nachfolger geriet der Zweckverband Bungsberg als Eigentümer der Liftanlage in Streit mit den Familien der ehemaligen Betreiber, denen die Wiesen am Bungsberg gehören. Eine unter Vermittlung von Schleswig-Holsteins früherem Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) ausgehandelte Pachtlösung drohte Ende 2016 zu platzen. Carstensen griff noch mal ein und brachte die streitenden Parteien wieder an einen Tisch.

Die Gemeinde Schönwalde hat jetzt nach Saaks Angaben eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit den Kosten und den Rahmenbedingungen des Liftbetriebs befassen soll. „Es gibt auch Stimmen in der Gemeinde, die gegen den Skilift sind“, gibt Saak zu. Doch eine Mehrheit sei für den Lift. „Schließlich sind wir das nördlichste Skigebiet Deutschlands, das verpflichtet“, sagte Saak.

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