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Ostholsteiner Anzeiger

25. November 2017 | 08:58 Uhr

Deutsche U-Boote nicht einsatzfähig

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Alle sechs Unterseeboote zur Reparatur – erst Ende 2018 wieder fahrbereit

von
erstellt am 19.Okt.2017 | 17:50 Uhr

Deutschland verfügt derzeit über kein einsatzfähiges U-Boot mehr. Nach einem Unfall von „U  35“ bei einer Testfahrt vor der norwegischen Küste liegt das letzte der sechs Unterseeboote zur Reparatur in Kiel und Eckernförde im Hafen. Erst Ende 2018 sollen vier Boote wieder einsatzfähig sein. Schuld ist nach Angaben der Marine die schlechte Versorgungslage mit Ersatzteilen.

„Bei einem Tauchmanöver zur Tiefwassererprobung stieß U  35 mit dem X-Ruder wohl gegen einen Felsen“, erklärt Kapitän zur See Johannes Dumrese, Sprecher des Marinekommandos in Rostock, unserer Zeitung. Dabei sei eines der vier Ruderblätter stark beschädigt worden. Das U-Boot fuhr zur Untersuchung nach Kiel in die Werft Thyssen Krupp Marine Systems MS-Werft, wo es am Mittwoch eintraf. Damit liegen vier der sechs deutschen U-Boote in der Kieler Werft.

Wann „U  35“ wieder einsatzbereit sein wird, ist noch offen. Dumrese: „Möglicherweise ist das Ruderblatt nicht zu stark beschädigt. Dann kann es relativ schnell repariert werden.“ Andernfalls könne man übergangsweise das Ruderblatt eines anderen der brachliegenden U-Boote verwenden. Oder das Ersatzteil muss neu beschafft werden. Und hier liegt das Problem der gesamten deutsche U-Boot-Flotte. „Während des Kalten Krieges wurde bei jedem Rüstungsprojekt ein umfangreiches Ersatzteilpaket beschafft und eingelagert“, sagt Dumrese. Im Zuge von Abrüstung und Einsparungen würden Ersatzteile nicht mehr gelagert. Herstellung auf Nachfrage sollte das alte System ersetzen. „Das hat aber nicht wirklich funktioniert“, so Dumrese. „Wir haben aber jetzt gegengesteuert“, erklärt der Marinesprecher. „Mit der Beschaffung von U  35 und U  36 wird jetzt auch die Versorgungsreife für alle U-Boote hergestellt.“ Heißt: Ersatzteile sollen künftig schneller zur Verfügung stehen. Leitartikel Seite 2

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