Deutliche Worte zur Ausrüstung

Feierlicher Moment: Der stellvertretende Kommandeur der Mus, Fregattenkapitän Jens Martin (li.), Landtagspräsident Klaus Schlie (Mitte) und Admiralarzt Dr. Stephan Apel vom Marinekommando in Rostock schritten die Formation ab.
Feierlicher Moment: Der stellvertretende Kommandeur der Mus, Fregattenkapitän Jens Martin (li.), Landtagspräsident Klaus Schlie (Mitte) und Admiralarzt Dr. Stephan Apel vom Marinekommando in Rostock schritten die Formation ab.

170 Soldaten der Marineunteroffizierschule legten in Plön ihren Diensteid ab / Landtagspräsident Klaus Schlie mahnt materielle Ausstattung an

shz.de von
24. Mai 2018, 12:41 Uhr

Hunderte Angehörige säumten gestern den Plöner Marktplatz, als 170 Maaten- und Bootsmannanwärter sowie Rekruten der Marineunteroffizierschule (MUS) ihren Diensteid beziehungsweise ihr feierliches Gelöbnis ablegten. Die weiteste Anreise hatte Tanja Bottler aus Leonberg, die 745 Kilometer zurücklegte, um bei der Vereidigung ihres Sohnes, Maat Pierre Bottler, dabei zu sein. Der stellvertretende Kommandeur der MUS, Fregattenkapitän Jens Martin, überreichte der Mutter dafür beim anschließenden Empfang des Bürgermeisters Lars Winter im Rathaus einen Blumenstrauß. Martin übernahm auch die Begrüßung der Gäste und Ehrengäste, neben Personen des öffentlichen Lebens aus dem Kreis Plön auch Admiralarzt Dr. Stephan Apel vom Marinekommando in Rostock und den Festredner, Landtagspräsident Klaus Schlie. Ihm zu Ehren hatte ein Musiker des Marinemusikkorps eigens ein Musikstück mit dem Titel „El Presidente“ komponiert.

Schlie fand deutliche Worte zur Ausrüstung der Truppe. „Sie alle werden hervorragend ausgebildet, Sie alle sind hochmotiviert und bereit, Ihr Bestes zu geben. Aber das können Sie nur dann, wenn unsere Boote und Schiffe auch fahren und unsere Hubschrauber und Flugzeuge fliegen können. Ich betone deshalb nachdrücklich, dass die Politik Ihnen allen dringende Nachbesserung in vielen Bereichen Ihrer Ausrüstung schuldet. Es geht nicht um Aufrüstung, es geht um Ausrüstung.“ Die Aufrechterhaltung des friedlichen Zusammenlebens der Menschen, die Durchsetzung und der Schutz von Menschen- und des Völkerrechts in einer globalisierten Welt verlangten heute auch globalisierte Einsätze eines demokratischen Militärbündnisses. „Ohne Sie wird es nicht gelingen, den Bedrohungen für die Sicherheit und Freiheit Deutschlands dort zu begegnen, wo sie entstehen“, sagte Schlie.

Fregattenkapitän Steffan Helmich, der die Gelöbnisrede hielt, zog eine Parallele des Filmstarts von „Han Solo: A Star Wars Story“ gestern Abend und der Vereidigung. Im Film gehe es um den treuen und tapferen Kampf der Sternenkrieger für die freiheitliche Existenz der demokratischen Föderation und darum, den Frieden und Gerechtigkeit im Weltraum zu wahren. „Und schon erscheint aus den Worten Treue, Recht, Freiheit und Tapferkeit wie aus dem Nichts, Ihre Vereidigungs- und Gelöbnisformel.“ Aus einer Randfigur (wie Han Solo) könne ganz schnell ein Hauptdarsteller werden, wenn es im Einsatz um die Auftragserfüllung oder gar die Rettung von Menschenleben gehe. Zum Völkerrecht und internationalen völkerrechtlichen Verträgen zählten auch Verpflichtungen und Maßnahmen zum Zwecke kollektiver Sicherheit, zu deren Durchsetzung auch mal mehr Überwindungskraft gehöre als bei der Verteidigung der Landesgrenzen. Freiheit sei gesellschaftlich wieder das höchste Gut. Damit das Land nicht durch äußeren Druck erpressbar werde, verlange es von den Soldaten, Stärke, Entschlossenheit und unbeugsame Willenskraft zu demonstrieren.

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