Neue ZVO-Chefin : Deutliche Mehrheit für Gesine Strohmeyer

Noch sprachlos: Gesine Strohmeyer mit dem Vorsitzenden der Verbandsversammlung, Klaus Winter (links), und Verbandsvorsteher Heiko Suhren.
Noch sprachlos: Gesine Strohmeyer mit dem Vorsitzenden der Verbandsversammlung, Klaus Winter (links), und Verbandsvorsteher Heiko Suhren.

Überraschende Deutlichkeit bei der Wahl der neuen ZVO-Verbandsvorsteherin.

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25. Juni 2014, 13:40 Uhr

Mit dieser Deutlichkeit hatte vermutlich niemand in der Verbandsversammlung gerechnet: Die 49-jährige Rostockerin Gesine Strohmeyer ist mit 40 Stimmen zur neuen Verbandsvorsteherin gewählt worden. Sie wird am
1. Januar 2015 im Zweckverband Ostholstein, dessen Unternehmenssitz in Sierksdorf ist, die Nachfolge von Heiko Suhren antreten. 25 Stimmen entfielen auf Dr. Jan-Dirk Verwey (52), seit 2006 Direktor und Werkleiter der Entsorgungsbetriebe Lübeck. Ein Vertreter gab bei der Wahl einen Zettel ohne Kreuz ab.

Die Entscheidung fiel für die Bewerberin, obwohl in der Verbandsversammlung der Anteil der Frauen nicht hoch ist: Unter den 66 Anwesenden waren gestern nur acht Frauen. Und: Die Entscheidung fiel für Gesine Strohmeyer, obwohl ihre Vorstellung inhaltlich nicht wesentlich anders war als die des Mitbewerbers Dr. Jan-Dirk Verwey.

Von der Deutlichkeit des Wahlergebnisses war nicht zuletzt Strohmeyer überrascht: „Ich bin ein bisschen sprachlos, eigentlich fehlen mir die Worte“, lautete die erste Reaktion der designierten Verbandsvorsteherin, bevor sie versprach, sich im kommenden halben Jahr auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten.

Diese ist, wie Dr. Jan-Dirk Verwey mit seiner Kenntnis aus der direkten Nachbarschaft in seiner Vorstellung eingeräumt hatte, schon beeindruckend. Ein Versorgungsunternehmen mit dieser Breite und so vielen Sparten gebe es in ganz Deutschland nur noch „sehr, sehr selten“. Das gelte auch für die Strukturen mit einem öffentlich-rechtlichen Teil und der Zusammenarbeit mit Unternehmen in Tochtergesellschaften.

Dr. Verwey und Gesine Strohmeyer stellten die Aufgabe in den Vordergrund, den Menschen im Verbandsgebiet bezahlbare und gute Leistungen anzubieten. Der Kunde müsse immer im Blick bleiben und bei allen veränderten Rahmenbedingungen – wachsende Anforderungen des Naturschutzes oder demografischer Wandel darunter – die Gebühren und Preise stabil gehalten werden. Beide Kandidaten nannten als einen wichtigen Arbeitsbereich auch ein stärkeres Engagement des ZVO auf dem Energiemarkt. Dabei wurden sowohl Maßnahmen der Energie-Effizienz im Unternehmen als auch Überlegungen zur Produktion von Energie und den Einstieg in das Geschäft als Stromlieferant angesprochen. Strohmeyer und Verwey sprachen auch an, dass die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen ihre Vor- und Nachteile habe. Dr. Verwey: „Ich hatte die Gelegenheit, in allen Bereichen tätig zu sein und alle Modelle kennenzulernen – mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen.“ Und Gesine Stromeyer sagte dazu: „Für mich steht im Vordergrund, dass Änderungen der Unternehmensform gebührenneutral bleiben“. In Rostock sei es zum Beispiel sogar gelungen, die Wasserpreise durch eine Rekommunalisierung zu senken.

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