Anzeige gegen Unbekannt : Der ZVO reagiert auf Generalverdacht

In der ZVO-Zentrale ist jetzt Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden.
In der ZVO-Zentrale ist jetzt Anzeige gegen Unbekannt erstattet worden.

Nach der Verurteilung eines ehemaligen Mitarbeiters wegen 46-facher Unterschlagung hat der Zweckverband Ostholstein die Strafverfolgungsbehörden einegschaltet: Sie sollen ermitteln, ob es Komplizen gegeben hat.

shz.de von
01. Juni 2014, 04:00 Uhr

Nach der Verurteilung eines ehemaligen Mitarbeiters wegen Unterschlagung in 46 Fällen ist für den Zweckverband Ostholstein (ZVO) das Kapitel noch nicht geschlossen: Nach Aussage des zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilten Mannes vor Gericht sollen Kollegen an den Taten beteiligt gewesen sein. Damit ergebe sich ein Generalverdacht gegen alle Mitarbeiter des ZVO, stellte Verbandsdirektor Heiko Suhren gestern fest.

Er trete diesem Generalverdacht mit aller Entschiedenheit entgegen. „Für mich gilt nach wie vor der rechtsstaatliche Grundsatz der Unschuldsvermutung, solange nichts anderes bewiesen ist. Weder durch die Staatsanwaltschaft, noch durch das Gericht konnte die Beteiligung weiterer Mitarbeiter nachgewiesen werden. Das ist zunächst einmal Fakt.“

Andererseits liege der Verdacht nahe, dass doch mehrere Mitarbeiter involviert gewesen seien. Zur Klärung dieser Frage habe er sich entschlossen, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten, sagte Suhren. Darüber habe er den Hauptausschuss informiert.

Der verurteilte Hansühner soll über Jahre hinweg mit Edelstahl, das für den ZVO bestellt worden war, vor allem Fahnenmasten, Gartenzäune und Schornsteinabdeckungen für Privatpersonen gefertigt haben. Die Staatsanwaltschaft errechnete für den ZVO einen Schaden von 11 800 Euro.

Heiko Suhren betont: „Aufgrund der Vorkommnisse wurde das Verfahren der Beschaffung erheblich verschärft. Galt bisher das Vier-Augen-Prinzip aus ökonomischen Gründen ab einem Beschaffungswert von 500 Euro, greift das Prinzip aktuell bei jedem Beschaffungswert.“ Außerdem sei eine verschärfte Dienstaufsicht mit Plausibilitätskontrollen durch Vorgesetzte angeordnet worden.

Das Vorgehen sei auch der Tatsache geschuldet, dass kürzlich ein weiterer Fall von finanzieller Unterschlagung ans Licht gekommen war (wie berichteten). Zudem sei eine externe Revision beauftragt worden. Suhren: „Unser Ziel kann es nur sein, so schnell wir möglich Klarheit über das Ausmaß der Unregelmäßigkeiten zu erhalten. Nur so kommen wir wieder aus den negativen Schlagzeilen heraus, die unserem Image erheblichen Schaden zufügen.“

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