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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 05:32 Uhr

Der Vogel des Jahres braucht mehr Altholz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 25.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Der Naturschutzbund (Nabu) hat den farbenprächtigen Grünspecht zum „Vogel des Jahres 2014“ gekürt. Wie der Verband dazu mitteilte, ist die zunehmende Gefährdung seines Lebensraums ausschlaggebend gewesen für seine Wahl.

Ein Mosaik aus artenreichem Grünland und anderen offenen Flächen, strukturreichen Waldrändern, Obstwiesen, lichten Gehölzen und naturnahen Gärten sei für den Grünspecht lebensnotwendig. Größere, geschlossene Wälder meide er ebenso wie Nadelgehölze.

Durch den Verlust und die Verschlechterung dieser Lebensräume, beispielsweise durch Umbruch von Grünland für neue Maisanbauflächen, habe sich die Situation für den grünen Zimmermann jedoch auch bei uns deutlich verschlechtert. Auch die zunehmende Nachfrage nach Brennholz und die oft übertriebenen Maßnahmen im Rahmen der Verkehrssicherung machten dem Grünspecht, wie auch den anderen heimischen Spechtarten, zunehmend das Leben schwer.

Eutins Nabu-Vorsitzender Oscar Klose sagte dazu: „Da der Grünspecht seine bevor-zugten Lebensräume in der freien Landschaft immer seltener findet, hat er – wie andere Vogelarten auch – den menschlichen Siedlungsraum für sich entdeckt.“

So lasse sich der Grünspecht in manchen Jahren sogar im Eutiner Schlossgarten beobachten, wo er ab Februar seine an ein lautes Lachen erinnernden Balzrufe erklingen lasse.

Weitere Vorkommen seien in Eutin-Fissau, Malente und Dunkelsdorf bekannt. Insgesamt dürften im Kreisgebiet nicht mehr als 20 bis 25 Brutpaare leben; in Schleswig-Holstein seien es vermutlich etwa 500 Paare.

Um die Lebensräume des fast in ganz Europa heimischen Grünspechts besser und vor allem langfristig zu schützen, sei gleich ein ganzes Bündel von Schutzmaßnahmen erforderlich. So sollte konsequent auf Pestizide in Hausgärten, auf Streuobstwiesen und städtischen Grünanlagen verzichtet werden. „Dreh- und Angelpunkt ist es, den Anteil alter Bäume in Parks und Gärten, aber auch in den Wäldern und Feldgehölzen wieder zu erhöhen“, so Klose.

Auch jeder Einzelne könne mit einer naturnahen Gestaltung seines Hausgartens mit Hecken, Blumenwiesen und heimischen Laubbäumen zum Schutz des Grünspechts wie auch vieler anderer Vogelarten beitragen. „Der pflegeleichte Ziergarten, in dem englische Rasenmonotonie und statt heimischer Laubhölzer ein paar pflegeleichte Koniferen im Friedhofslook die Szenerie beherrschen, bieten der wohl hübschesten heimischen Spechtart hingegen keinen Lebensraum. Ob der Grünspecht langfristig bei uns überleben kann, hängt davon ab, ob wir bereit sind, mit seinem Lebensraum pfleglich umzugehen“, so Klose.

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