Plön : Der Naturpark ist mehr als ein Infozentrum

Landrat Jan Peter Schröder
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Landrat Jan Peter Schröder

Landräte Jan Peter Schröder (Segeberg) und Reinhard Sager (Ostholstein) sehen Naturpark als ein Prädikat für eine Region

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29. November 2018, 12:06 Uhr

Der beschlossene Umzug des Naturparkhauses von Plön nach Eutin sorgt für Unruhe im Naturpark. Die CDU in Plön reagierte prompt mit Anträgen auf den Austritt aus dem Naturpark von Stadt und Kreis Plön. Die Beratungen dazu laufen bereits. Überrascht reagierten darauf der Vorsitzende des Naturparkvereins, Segebergs Landrat Jan Peter Schröder (kl. Foto), und sein Stellvertreter, Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (kl. Foto).

„Es kann doch nicht sein, dass die Standortfrage des Infozentrums für den Naturpark Holsteinische Schweiz ernsthaft die seit über 30 Jahren gewachsene Solidarität und Zusammenarbeit der drei Kreise Ostholstein, Plön und Segeberg und der 27 Gemeinden der Region, die nicht nur landschaftlich sondern auch touristisch zusammengehören, zerschneidet“, wundert sich Schröder. „Die Entscheidung mit dem Naturpark-Haus, von Plön 15 Kilometer weiter östlich nach Eutin zu gehen, hatte seine guten Gründe“, sagte Sager. Sie sei mit großer Mehrheit von den Mitgliedskommunen getroffen worden. Dass es hierbei nicht nur um Kreiszugehörigkeit gehe, zeige schon das mehrheitliche Abstimmungsverhalten der Segeberger Kommunen, die sich ebenfalls für Eutin aussprachen. „Mit der Entscheidung hat man es sich nicht leicht gemacht“, so Reinhard Sager. Gemeinsam sei mit allen in einem langen Prozess diskutiert und offen nach Lösungen gesucht worden – mit dem Ergebnis, dass die meisten die Zukunft des Info-Hauses in Eutin sehen.

Schröder mahnte, man solle sich wieder auf die wesentlichen Dinge eines Naturparks konzentrieren: „Der Naturpark ist vielmehr als ein Infozentrum.“ Tourismuszentrale, Aktiv-Region, Integrierte Station und Naturpark führten alle den Namen „Holsteinische Schweiz“ und seien immer weiter zusammengerückt. Durch ein gemeinsames Logo hätten sie ihr Zusammenwirken und die Verflechtung ihrer Aufgaben dokumentiert.

Der Naturpark stehe in dieser Kooperation vor allem für die Entwicklung von Naturerlebnismöglichkeiten, für Umweltbildungsarbeit und für Besucherlenkung durch geeignete Erholungsinfrastruktur. Zu seinen jüngsten Leistungen zähle die flächendeckende Ausschilderung eines einheitlichen Wanderwegenetzes. Neben den Planungsleistungen für die Region, so Schröder und Sager, standen den Naturparkmitgliedern auch umfangreiche Fördermittel für die Umsetzung zur Verfügung. Die Förderquote der Naturparkrichtlinie des Landes sei erst vor kurzem von 50 auf 90 Prozent angehoben worden. Von dieser Richtlinie könnten aber nur Naturparkmitglieder profitieren.

Ganz aktuell sei die Touren-App für den Naturpark Holsteinische Schweiz, die Wanderern, Radwanderern und Wasserwanderern Orientierung gebe und nicht nur über naturkundliche Highlights am Wegesrand informiere. Es stehen aber auch viele gemeinsame Aktionen und Projekte vor der Umsetzung, die durch die solidarische Bereitstellung von Sondermitteln über die Naturparkkreise Ostholstein, Plön und Segeberg erst möglich geworden seien. So seien ein gemeinsamer Internetauftritt von Tourismuszentrale und Naturpark, die Einstellung einer touristischen Fachkraft zur Weiterentwicklung von Veranstaltungen und ein gemeinsamer Auftritt der Region auf der Grünen Woche 2019 vorgesehen.

Der Naturparkverein trage zu einem flächendeckenden Angebot vielfältiger, naturkundlicher Veranstaltungen bei: „Nacht.Geflüster“ und „Garten.Querbeet“. In diesem Jahr nahmen an diesen Naturpark-Veranstaltungen 560 Personen teil. Auch andere Anbieter seien vom Naturpark für die Kampagnenarbeit gewonnen worden. Ausgehend vom Naturpark-Haus profitierten vor allem Schulen und Kitas von seiner Umweltbildungsarbeit.

Schulklassen und Kindergartengruppen aus der ganzen Region besuchten hierfür schon heute das Naturpark-haus. Das werde sich auch in Eutin so entwickeln – die Bahnverbindung mache es leicht. Ein Wegzug müsse nicht auch gleichzeitig das Einstellen der Aktivitäten vor Ort in Plön bedeuten. Das bestehende Netzwerk könne auch weiterhin genutzt werden, so dass Fledermausführungen und Erkundungen mit Kescher und Lupe an den See auch in Eutin weiterhin stattfinden könnten. Zusätzlich sei außerdem ein Infomobil für ein verbessertes, flächendeckenderes Angebot geplant.

Und nicht zuletzt sei ein Naturpark auch ein Prädikat für eine Region. Er stehe für die Bedürfnisse all jener, die Entspannung und Erholung in einer intakten Natur suchten. Der Naturpark Holsteinische Schweiz sei darüber hinaus auch als Qualitätsnaturpark ausgezeichnet. Landrat Reinhard Sager: „Ich bin überzeugt, dass der Naturpark einen großen Mehrwert für seine Mitglieder hat – auch wenn ein Naturpark-Haus nicht in jedem Mitgliedskreis oder in jeder Mitgliedsstadt angesiedelt werden kann.“

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