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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 03:49 Uhr

Der Mensch hinterm Dienstherren

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner gab dem Polizeinachwuchs einen Vormittag lang Einblicke in seine Aufgaben

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 00:33 Uhr

„Dienstherr“ – für die Polizeischüler, die Anfang August ihre Ausbildung an der Eutiner Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung (PDAFB) begannen ein ziemlich abstrakter Begriff. Noch. Denn gestern bekamen die rund 150 Schüler Besuch von Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner, ihrem obersten Dienstherren. Breitner wollte den Mensch hinter dem Dienstherren vorstellen.

Und so stand der Innenminister den sechs Ausbildungsgruppen einen Vormittag lang Rede und Antwort. Zuerst aber redete er. Nämlich von seiner Zeit als Polizist und wie es ihn in die Politik verschlagen hatte. 16 Jahre lang sei er Polizist gewesen, anschließend neun Jahre Bürgermeister in Rendsburg. „Ich bin jetzt zehn Jahre raus aus der Polizei, in dieser Zeit hat sich viel verändert. Ich maße mir deshalb nicht an, alles zu kennen“, so Breitner. Aber bei Diskussionen im politischen Raum sei dieser Hintergrund schon hilfreich.

Viele Fragen hatten die angehenden Polizisten an Breitner. Etwa, welche Auswirkungen der demografische Wandel auf die Bewerberzahlen bei der Polizei hat. „Noch läuft bei uns alles ganz gut“, so Breitners Antwort. Trotzdem müsse darauf geachtet werden, dass der Beruf des Polizisten attraktiv bleibe. Dafür müssten eventuell auch die Rahmenbedingungen, beispielsweise bei den medizinischen Hürden, verändert werden. Denn eines sei sicher: „Die Stärke der Polizei kann nicht an der Einwohnerzahl bewertet werden. Und die politischen Aufgaben werden nicht einfacher.“

Großes Interesse zeigten die Polizeischüler an Themen wie Rockerkriminalität, einer möglichen Abschaffung des Mittleren Dienstes wie in anderen Bundesländern – auch in Niedersachsen – und Breitners Haltung zu einem NPD-Verbot. „Ich bin sehr überzeugt von einem Verbotsverfahren“, machte der Innenminister deutlich.

Man solle keine Angst vor einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes haben, noch bevor das Verbotsverfahren überhaupt eingeleitet worden sei. Außerdem: „Das Material, das ich kenne, überzeugt mich.“ Gleichzeitig stellte Breitner klar, dass das Verfassungsgericht sich mit der Materie befasse. Und was gefällt Breitner als Innenminister besser als in seiner Zeit als Bürgermeister? „Solche Gespräche wie mit Ihnen“, so die schlagfertige Antwort.

Davon wird der Innenminister in den kommenden Jahren noch einige führen können. Denn: „Wir sehen uns bestimmt einmal wieder. Schleswig-Holstein ist ja auch nur ein Dorf“, so Breitner nach der „Schulstunde“.

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