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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 09:10 Uhr

Der lange Weg zum digitalen Rathaus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Verwaltungsvorlagen erscheinen in Malente noch auf Papier – ein Ratsinformationssystem könnte das ändern, doch das kostet zunächst

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 11:24 Uhr

Eutin und Süsel haben es, ebenso Plön und Bösdorf, auch die Kreise Ostholstein und Plön. Seit Jahren werden dort Vorlagen der Verwaltung elektronisch vorgehalten. Nicht nur Mitglieder der Selbstverwaltung können sich online informieren, auch Bürger können die Vorlagen einsehen und – soweit die diese öffentlich sind – auch per Stichworten recherchieren. Nun wird auch in Malente darüber beraten, ob im Kneippheilbad moderne Zeiten anbrechen sollen.

Besonders eilig haben es die Kommunalpolitiker damit aber nicht. Als Andreas Dyck von der Firma „CC
e-gov GmbH Hamburg“ im Hauptausschuss das Ratsinformationssystem Allris vorgestellt hatte, nahmen die Ausschussmitglieder dies zunächst ohne große Diskussion zur Kenntnis. Lediglich mit einer Digitalisierung verbundene Kosten kamen zur Sprache. Das Komplettpaket der Hamburger Firma beliefe sich auf 10  000 Euro. Dafür würde sowohl das System installiert als auch bei den Mitarbeitern über fünf Tage eingeführt. Hinzu käme ein laufender Aufwand von 180 Euro monatlich für die Softwarepflege und den Betrieb des Webservers, sagte Dyck. Nach seinen Angaben arbeiten in Schleswig-Holstein bis zu 70 Kommunen mit einem solchen System.

Mit den von Dyck genannten Kosten sei es nicht getan, warnte Finanzausschussvorsitzender Wilfred Knop (FDP). „Das ist nur die eine Seite der Kostenmedaille.“ Denn alle Kommunalpolitiker müssten auch mit einem Netbook ausgerüstet werden. Außerdem verfügt das Rathaus nicht über die notwendigen Internetanschlüsse. Dyck taxierte die zusätzlichen Kosten auf rund 25  000 Euro. Er wies darauf hin, dass mit der Digitalisierung auch Papier gespart werden könnte.

Wenn es gewünscht werde, könne aber auch künftig weiter mit Papier gearbeitet werden, sagte Dyck. Zuvor hatte er aber die Vorteile des Systems gepriesen. So ließe sich beispielsweise per Stichwort nach oder innerhalb von Dokumenten suchen, und in
den digitalen Vorlagen könnten die Kommunalpolitiker genauso ihre Anmerkungen machen wie auf Papier.

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