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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 06:00 Uhr

Eutin : Der Küchengarten ist wieder offen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Schlossstiftung stellte das Areal im Schlossgarten den Besuchern zur Verfügung / LGS-Gesellschaft und Ehrenamtler waren dabei

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2017 | 12:49 Uhr

Der Küchengarten steht Besuchern seit Donnerstag wieder offen. Brigitta Herrmann, Geschäftsführerin der Stiftung Schloss Eutin, öffnete die Tore des Areals hinter der Orangerie und dem Neuholländerhaus. Mit Bernd Rubelt, einem der Landesgartenschau-Chefs 2016 an ihrer Seite, freute sich Herrmann, das Gelände zu Ostern freizugeben: „Gründonnerstag bedeutet auch immer schon Aufbruchsstimmung.“

Bernd Rubelt strahlte über das ganze Gesicht, beendete der Bauamtsleiter seine Karriere in Eutin doch mit einem solch angenehmen Termin: „Ich gehe, während etwas Neues entsteht.“ Sowohl Rubelt als auch Herrmann dankten den ehrenamtlichen Helfern, der Sparkassenstiftung und anderen Förderern des Geländes im Schlossgarten.

Die LGS-Gesellschaft hatte den Garten am 1. April an die Schlossstiftung zurückgegeben. Von den anwesenden Helfern lobten einige die gute Vorbereitung der Übergabe: „Die LGS hat Beete noch mit Staketenzaun (Lattenzaun) und Draht gegen Kaninchen versehen. Sie hat uns im Gärtnerhaus Stauraum und Geräte zur Verfügung gestellt und die Bewässerung vorbereitet.“ Nur sei das mit den Toiletten noch nicht geregelt. Die sollen wohl im Neuholländerhaus eingerichtet werden. Die Gartenfreunde arbeiten einmal bis zweimal wöchentlich in den Beeten. Insgesamt sind nach Angaben von Herrmann etwa 60 Helfer dabei.

Die Ehrenamtler werden vier Themengärten pflegen. Von der Orangerie kommend liegen die Flächen hinter den Rasenflächen und der Klimamauer: links des Mittelwegs der Kleingärtner- und Naschgarten, ganz links der Heil- und Giftpflanzengarten, rechts des Wegs der Hildegard-von-Bingen-Garten, ganz rechts die Beete des Vereins zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt. Auf dem dahinterliegenden Areal will sich die Sparkassenstiftung, für die Wiebke Schiebold gestern da war, engagieren und Kinder einladen, Pflanzen selbst zu säen.

Seit Ende März legen die freiwilligen Helfer in den Gärten Hand an. Elke Kiefer ist seit 2015 dabei und Mitinitiatorin des Kräutergartens nach Hildegard von Bingen. Kiefer: „Diese Gartenform ist die Urform der Kräutergärten.“ Die Benediktinerin von Bingen verfasste unter anderem medizinisch-naturkundliche Literatur. In Eutin säumen den Garten seltene Kesselbäume.

Der Garten der Kleingärtner ist, wie auch der Heil- und Giftpflanzengarten, nach der Landesgartenschau aus dem Rasenareal hinter der Orangerie hinter die Mauer verlegt worden. Das mit einem Lattenzaun eingefasste Gelände ist nicht nur für Pflanzen gedacht. Innenliegende Steinmauer und Naturzaun könnten beliebte Tierareale werden.

Im Heil- und Giftpflanzengarten sind nicht nur die typischen Gartenkräuter wie Rosmarin und Löwenzahn zu finden. Rosmarin ist kreislaufanregend, Löwenzahn fördert die Verdauung, erklärt Susanne Müller-Rubelt. Auf einem der Beete wachsen Heilziest und Echtes Herzgespann. Heilziest wirkt entzündungshemmend, das Echte Herzgespann lindert Herzrhythmusstörungen. Jeder Pflanzentyp ist auf Schildern namentlich und mit seiner Heilwirkung genannt.

Tourismus-Chef Per Köster sieht im Küchengarten eine weitere touristische Facette im regionalen Angebot: „Zu Wassersport, Natur und Kultur haben wir die Gartenkultur dazugewonnen.“ Stiftungsleiterin Herrmann wünscht sich monatliche Treffen mit allen an der Pflege Beteiligten.

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