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Eutin - Lawrence : „Der Himmel hier ist größer“

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zwölf Gymnasiasten sind drei Wochen in Lawrence zu Gast. Die Schüler sind beeindruckt von der Freundlichkeit und Offenheit der Amerikaner

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erstellt am 08.Okt.2014 | 04:30 Uhr

Auf die Titelseite der lokalen Zeitung, der Journal World in Lawrence, haben sie es geschafft: Einen Aufmacher und eine lange Fortsetzung hat am Sonnabend der angesehene Kolumnist Chad Lawhorn über die zwölf Eutiner Schüler geschrieben, die zurzeit einen dreiwöchigen Aufenthalt in der US-Partnerstadt Eutins absolvieren.

Naheliegend: Das vordergründige Thema des Journalisten Lawhorn war die Frage, was den 16 und 17 Jahre alten Schülern der beiden Eutiner Gymnasien – jeweils sechs kommen von Weber-und Voß-Schule – besonders gefällt in Lawrence, was sie als besondere Unterschiede empfinden zu ihrer Heimat. „Die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen hier“ ist fast immer die erste Antwort, natürlich auch im Gespräch mit dem OHA.

„Die Leute hier sind sehr viel offener“, sagt Carina Schwarz (17) aus Nüchel, und der ebenfalls in Nüchel wohnende Konstantin Path (er wird während dieser Reise 17) gefällt, dass er sogar von den Angestellten in den Geschäften gefragt wird, wie es ihm geht. Die Begriffe „Gastfreundschaft“ und „Hilfsbereitschaft“ ergänzen Torben Petersen (16) aus Kasseedorf und Clara Milech (16) aus Eutin.

Ins Schwärmen geraten die jungen Leute, wenn sie nach ihren Erfahrungen in der Schule gefragt werden, die sie als Gastschüler besuchen: „Die Lehrer sind hier eher wie Freunde und nicht wie Vorgesetzte“, beschreibt Carina Schwarz. Entsprechend wenig „Druck“ gebe es im Unterricht, die Aufmerksamkeit einzelner Schüler sei schon deutlich geringer, ergänzt Clara Milech, und auf mündliche Mitarbeit werde wenig Wert gelegt, hat Torben Petersen beobachtet.

Gut finden alle, dass die Klassen relativ klein sind und das Unterrichtsangebot eine für deutsche Schüler ungeahnte Vielfalt hat: „Ich hab zum Beispiel einen Kurs in Schmuckherstellung besucht“, sagt Carina Schwarz. Clara Milech findet exotisch, dass die Schule auch Golf-Kurse anbietet.

Die Schüler hätten insgesamt mehr Möglichkeiten und auch mehr Zeit, ihre Neigungen zu entdecken und ihnen nachzugehen, ergänzen die beiden Jungs. Alle sind sich aber auch einig, dass der Unterrichtsstoff spürbar leichter ist. Carina Schwarz: „Wir fühlen uns schon ein wenig unterfordert.“

Die zwölf Schüler haben sich an ihrer jeweiligen Schule für den dreiwöchigen Trip nach Amerika beworben. Ein guter Notenschnitt sei schon gefordert worden: „Wir machen ja G8, das heißt, wir sind in der 11. Klasse und machen nächstes Jahr Abitur. Da wird schon erwartet, dass wir die drei Wochen, die wir zuhause fehlen, nachholen können“, erklärt Carina Schwarz.

Begleitet werden die Gymnasiasten von Harro Künning, Lehrer der Weber-Schule. Er ist zum vierten Mal mit Gymnasiasten in Lawrence. Die aktuelle Gruppe lobt er sehr: „Die Gruppe ist ausgezeichnet, sie ist in kürzester Zeit zusammengewachsen, keiner ragt irgendwie heraus. Und die acht Mädchen und vier Jungs sind sehr engagiert: Weil wir zum Abschluss noch drei Tage nach Chicago fliegen, hatte ich Referate zur Vorbereitung auf die Stadt aufgegeben. Die haben sie alle vor der gesetzten Frist fertig.“

Der Journalist Chad Lawhorn hatte in seinem Beitrag festgestellt, dass es zwischen Deutschen und US-Amerikanern viel mehr Gemeinsamkeiten als Gegensätze gibt. Das sei vielleicht die wichtigste Erkenntnis, die man beim Blick auf die Städtepartnerschaften machen könne.

Und eine Beschreibung von Carina Schwarz fand er so schön, dass er seinen Artikel damit enden ließ: „Der Himmel hier ist größer, das lässt die mehr Platz zum Träumen.“

 




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