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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 14:04 Uhr

Eutin : Der heiße Tanz ums Stadtfest 2016

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Konflikt zwischen Stadtverwaltung und Festveranstalter verschärft sich. Bürgermeister erwartet Entschuldigung. Festlegung im Herbst

shz.de von
erstellt am 24.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Um die nahe Zukunft des Stadtfestes wird es im Herbst in Eutin heiße Debatten geben. Die Frage ist, ob die zweitägige Massenveranstaltung weiterhin Mitte August in der Innenstadt stattfinden kann, wenn 2015 dort die baulichen Vorbereitungen und 2016 dann die Landesgartenschau für zusätzliches Gedränge sorgen.

Aus Sicht von Helge Nickel, Chef der Veranstaltungsfirma „kreativ und konkret“, lässt sich Beides sehr wohl miteinander vereinbaren. Voraussetzungen dafür seien klare und rechtzeitig getroffene Vereinbarungen. Nickel: „Wenn guter Wille von beiden Seiten vorhanden ist, können das Bluesfest im Mai und das Stadtfest im August die Attraktionen der Landesgartenschau sehr gut ergänzen.“

Wenn guter Wille vorhanden ist. Am Wohlwollen im Rathaus hat Nickel öffentlich massive Zweifel angemeldet. Die intensive Knöllchenverteilerei an Falschparker während des Stadtfestes sei kontraproduktiv für Eutin als Veranstaltungsort. Und er interpretierte die Tatsache, dass die Stadtverwaltung mehreren Flohmarktständen außerhalb des Festgeländes gegen die Zahlung einer Sondernutzungsgebühr offiziell die Nutzung des Bürgersteiges an der Freischützstraße erlaubt hatte, als einen Versuch, hinterrücks seinem Geschäft zu schaden.

Nickels Ausführungen dazu („Wenn die Verwaltung mich nicht mehr als Veranstalter haben will, soll sie den Arsch in der Hose haben, mir das mitzuteilen“) haben bei Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz keine Freudentöne ausgelöst: „Es ist unverschämt, was Herr Nickel in die Öffentlichkeit bläst. Ich erwarte eine Entschuldigung.“

In der Sache sei es richtig, dass vom Ordnungsamt Sondernutzungsgenehmigungen für zwei Flohmarkstände außerhalb des Festgeländes erteilt worden seien. Genau das sei aber auch in den Vorjahren schon so geschehen und dem Veranstalter so auch bekannt. Was auf privaten Flächen geschehe, könne die Stadt nicht beeinflussen – auch das wisse Nickel genau.

Schulz verwies auf die 6000 Euro Förderung fürs Stadtfest in diesem Jahr und sagte: „Die Stadt ist hier nicht auf Eigennutz bedacht. Herr Nickel müsste nur mal vernünftig mit uns reden.“ Das gelte auch für ein Sicherheitskonzept, das für Großveranstaltungen notwendig sei.

Der Bürgermeister berichtete, dass die Firma „kreativ und konkret“ bereits für 2015 die Zusage erhalten habe, wieder das Stadtfest ausrichten zu können. Offen sei dabei aber noch, welche Einschränkungen des Geländes wegen Vorbereitung der Landesgartenschau und Stadtsanierung erforderlich würden. Und für 2016 müsse im Rathaus beraten und entschieden werden, was in dem Jahr inhaltlich und örtlich gehen solle. Schulz: „Für mich steht fest, dass die Landesgartenschau Vorrang hat. Sie und Stadtfest an einem Wochenende zusammen geht nicht. Eutin war doch jetzt schon verkehrlich am Ende.“

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