Der Grundstein ist gelegt

Legen zusammen den Grundstein: Laura und Leon Rülander (v.l), Alexander Kurpacenko (Gollan), Dieter Holst und Stephan Barnstedt.
1 von 3
Legen zusammen den Grundstein: Laura und Leon Rülander (v.l), Alexander Kurpacenko (Gollan), Dieter Holst und Stephan Barnstedt.

Das neue Voss-Haus soll im Herbst 2019 fertig sein / Hotel garni und Eigentumswohnungen / 2,8 Millionen Euro werden investiert

shz.de von
28. Mai 2018, 13:13 Uhr

Sie strahlen, die Mitglieder der Bauherren-Familie Rülander: Zwölf Jahre nachdem das historische Voss-Haus abgebrannt ist, legen Laura (13) und Leon (17) Rülander den Grundstein für den Wiederaufbau des Voss-Hauses, das künftig Hotel garni im Erdgeschoss und Eigentumswohnungen in den oberen Etagen beherbergt.

„Sie waren damals noch klein, als die Frage aufkam, wer denn den Grundstein legen will. Doch das zog sich dann ja alles noch hin, aber ihr Wunsch blieb“, sagte Barbara Rülander auf Nachfrage. Die erste Baugenehmigung erhielt sie drei Jahre nach dem Brand, 2009. Doch neben den Überwegungsrechten und den Planungen habe es viele Hürden gegeben, bis zu dem Tag des wirklichen Baubeginns, erinnerte die Bauherrin und gelernte Hotelfachfrau. Es sei ein sehr erfreulicher Tag für sie. „Ich werde immer wieder angesprochen. Jetzt freuen sich die Menschen, dass es losgeht. Zwischenzeitlich hatte daran ja niemand mehr geglaubt“, sagte sie.

Auch für den Eutiner Architekten Stephan Barnstedt sei es „fast ein vorgezogenes Richtfest“, der Bauablauf sei bisher schon sehr anspruchsvoll gewesen, so der Architekt. „Wir haben wenig Platz auf der Baustelle, das erschwert die Materiallagerung und Lieferung. Und wir haben zu drei Seiten eine bestehende Bebauung zu berücksichtigen und zur vierten eine alte Linde“, erklärte Barnstedt die Herausforderung. Bei jeder Betonage, zehn werden es nach Schätzung der ausführenden Firma Gollan noch sein, müsse die gesamte Straße vor der Baustelle von Plöner Straße bis Bleeker Gang gesperrt werden, damit die Betonmischer vorfahren können. „Da sind wir sehr auf die Geduld und das Verständnis der Verkehrsteilnehmer angewiesen“, sagte Barnstedt.

Bürgervorsteher Dieter Holst nannte die Grundsteinlegung einen „Glückstag für Eutin“. Er könne sich noch gut an das historische Voss-Haus mit der großen Linde davor erinnern und freue sich, wenn nicht nur von außen mittels Fassadengestaltung an den historischen Bau erinnert wird, sondern der künftige Gast durch Bilder oder Erinnerungstafeln auch ein Stück Kulturgeschichte Eutins erfahren würde. „Wir freuen uns, dass sie das wieder zum Leben bringen und es ist großartig, dass wir so wieder ein paar mehr Betten in Eutin dazu bekommen“, sagte Holst in Richtung Barbara Rülander.

Die Makler der Sparkasse, Niels Evers und Thorsten Drews, freuten sich, berichten zu können, dass alle sieben Wohnungen bis auf das Penthouse bereits verkauft seien. Dabei kommen die Käufer nicht nur aus Nord- sondern auch Mitteldeutschland. „Die letzte zu verkaufende Wohnung ist etwa 126 Quadratmeter groß und kostet 487 000 Euro“, sagte Evers.

Läuft alles wie geplant, soll im Spätsommer/Herbst das Richtfest gefeiert werden und im Jahr darauf – je nach Länge und Härte des Winters – die Fertigstellung und Eröffnung des Hotels. Mit der Bewerbung wolle Rülander deshalb noch warten, bis absehbar sei, dass alles klappt. Ideen für die Einrichtung habe sie schon und sie freue sich darauf, sie umzusetzen. „Klare Linien sowie Grau- und Weiß-Töne sollen im Inneren dominieren“ verriet sie. Die Idee der historischen Bilder von Holst würde sich dann gut ergänzen lassen, sagte die gelernte Hotelfachfrau. Die Hotelzimmer liegen im Erdgeschoss, haben Doppelzimmer-Größe und zwei Appartements seien als Familien-Suite nutzbar.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen