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Ostholsteiner Anzeiger

26. September 2017 | 04:11 Uhr

EUTIN : Der Feind kommt aus Segeberg

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Verbände aus ganz Deutschland üben zurzeit in Ostholstein. Der OHA hat den mehr als 200 Soldaten bei der Heeresausbildungswoche über die Schulter geschaut.

shz.de von
erstellt am 03.Jun.2015 | 04:00 Uhr

Der Feind steht südwestlich von Eutin. Nur wo genau, das ist nicht bekannt. Noch nicht zumindest, denn das sollen Spähtrupps herausfinden. Zu Fuß, in gepanzerten Fahrzeugen und per Drohne aus der Luft wird gesucht. „Sensormix“ nennt die Bundeswehr diese vielfältigen Möglichkeiten, sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Zum Glück ist das Ganze nur ein fiktives Szenario. Üben für den Ernstfall lautet die Divise.

Seit vergangenem Montag läuft die Heeresausbildungswoche in Ostholstein bereits. Noch bis morgen tauschen acht Aufklärungs-Verbände aus ganz Deutschland ihre unterschiedlichen Erfahrungen in Praxis und Theorie aus. Insgesamt sind mehr als 200 Soldaten – mit und ohne Einsatzerfahrung – daran beteiligt. „Was bisher in der Ausbildungswoche gezeigt wurde, ist hervorragend“, sagte Oberstleutnant Alexander Radü, Chef des gastgebenden Eutiner Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“, gestern. Eine Auswertung der Ergebnisse werde es bereits am Donnerstag geben, sagte Radü. Ziel sei es, dass alle Verbände einen gemeinsamen Wissensstand erreichen – oder wie es intern heißt, die „konzeptionelle Weiterentwicklung der Truppengattung“ voranzutreiben.

Die Trupps der teilnehmenden Verbände müssen während der Ausbildungswoche verschiedene Stationen durchlaufen. Mal werden Angriffe simuliert, mal muss eine Artillerie-Stellung des Gegners erkannt und mit geeigneten Mitteln aufgeklärt werden. Mit welchen – Feldnachrichtenkräfte, luftgebundene Aufklärung oder gepanzerte Spähaufklärung – muss der jeweilige Truppführer entscheiden. Viel von alledem bekommen die Ostholsteiner nicht mit. Denn die Spähtrupps agieren bei dem „Mini-Manöver“ unauffällig. Wie im Ernstfall. Und dann rettet ihnen das womöglich ihr Leben.

„Das hier ist aber kein Truppenübungsplatz, sondern Ostholstein“, stellt Jürgen-Joachim von Sandrat, Kommandeur der übergeordneten Panzergrenadierbrigade 41, gestern bei seinem Besuch in Eutin klar. Der Brigadegeneral lobte die Zusammenarbeit von Bundeswehr, Behörden, Grundstückseigentümern und Landwirten – sie sei exzellent. „Das ist auch ein Faktor, der den Standort attraktiv macht“, sagte von Sandrat. In Sachen Neubau von Unterkünften in der Rettberg-Kaserne zeigte sich der General zuversichtlich, dass „sich noch in diesem Jahr etwas tut“.

Die 200 Gast-Soldaten indes bekommen wenig von den Sorgen und Nöten des Standorts Eutin mit. Im Fokus steht die Ausbildungswoche, die in dieser Form seit 2013 veranstaltet wird. Nach Lüneburg und Füssen ist Eutin in diesem Jahr der gastgebende Standort. Und die Eutiner haben sich mehr als fünf Wochen darauf vorbereitet (wir berichteten). Der Feind, der sich aus dem Segebergischen auf die Kreisstadt zubewegt, sind somit ebenfalls Eutiner Soldaten – und ein paar freiwillige Ostholsteiner, die Spaß am Mitmachen hatten.

 

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