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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 04:07 Uhr

Der Eutiner Kinderschutzbund braucht Platz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kita Kinderinsel will Angebot erweitern / Stadt meldet Eigenbedarf an

shz.de von
erstellt am 18.Jul.2017 | 00:48 Uhr

Dass die Kita „Kinderinsel“ in der Trägerschaft des Deutschen Kinderschutzbundes eine gute Arbeit macht, zeigt nicht zuletzt die Warteliste der Eltern, die ihre Kinder gern in der Einrichtung an der Lübschen Koppel betreuen lassen würden. Doch die Zahl der Plätze ist begrenzt. Die Kita-Leitung und der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes signalisierten bereits im März der Stadt Eutin, dass sie ihr Angebot gern erweitern würden. Doch um Platz im Gebäude hinter dem Verkehrsübungsplatz zu bekommen, muss der administrative Teil – die Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes – woanders hinziehen.

Das Förderzentrum in der Albert-Mahlstedt-Straße, in Eutin auch „die Schule ohne Schüler“ genannt, schien dem Kinderschutzbund geeignet für seine Idee, neben der Geschäftsstelle auch ein gut erreichbares Familienzentrum inmitten der Stadt einzurichten. Schließlich würden vorhandene Kindertoiletten und auch die dortige Schulküche gut genutzt werden können. Die Verantwortlichen des Kinderschutzbundes fragten bei der Stadt an. Darüber wurden die Mitglieder des zuständigen Sozialausschusses beiläufig in der Märzsitzung informiert: „Die Verwaltung begrüßt die Strukturveränderung in der Kindertagesstätte zur Sicherung des Eutiner Angebotes an Betreuungsplätzen und wird bezüglich der gewünschten Anmietung des ehemaligen Gebäudes der Albert-Mahlstedt-Schule bis zu den Sommerferien eine Entscheidung herbeiführen“, hieß es in der Verwaltungsvorlage. Die Ausschussmitglieder nahmen das – neben zahlreichen anderen Informationen – unter „Berichte und Durchführung von Beschlüssen“ nur zur Kenntnis.

Eine Nachfrage bei der Stadt ergab jetzt, dass die Stadt Eigenbedarf für das Gebäude hat, wie Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt mitteilt. Die Verwaltung benötige das Gebäude selbst.

In der Verwaltungsvorlage für den heutigen Ausschuss ist von den Raumwünschen des Kinderschutzbundes nichts mehr zu lesen. Heute Abend steht die Angebotserweiterung im U3- und Ü3-Bereich im Fokus. Das kommt auch für die Stadt gerade zum richtigen Zeitpunkt, da durch das neue Baugebiet Sonnenkoppel an der Beuthiner Straße die Plätze der Kindergartengruppe „Kleine Eulen“ wegfallen, die Plätze in Eutin aber benötigt werden.

Die Stadt wolle nun als Eigentümer prüfen, welche Fördermöglichkeiten es für den Umbau im Obergeschoss gibt. Die Arbeiten sollen laut Vorlage im ersten Halbjahr 2018 beginnen, damit das erweiterte Platzangebot zum Kindergartenjahr 2018/19 besteht.

Weshalb die Kinderinsel dafür allerdings die Hortbetreuung der Schulkinder auslaufen lassen soll, die bei den Eltern der dortigen Kita-Kinder sehr beliebt ist, geht aus der Vorlage nicht hervor. Laut Verwaltung sei „das Schulkind-Betreuungsangebot an anderen Kitas schon eingestellt und eher rückläufig“. Doch fast alle ehemaligen Kita-Kinder aus dem Einzugsgebiet der Kinderinsel nutzen das Angebot der Einrichtung auch als Schulkind, wenn sie zur nahegelegenen Grundschule am Kleinen See gingen. Bis 17 Uhr inklusive Mittagessen machen die Kinder Hausaufgaben und spielen anschließend im vertrauten Umfeld bis maximal 14 Jahre. Vergleichbare Ganztagsschulangebote in Eutin reichen maximal bis 16 Uhr. Wie lang es das Angebot an der Kita noch gibt, geht aus der Vorlage nicht hervor. An der Kita Kinderinsel sind derzeit zehn Kinder in der Betreuung, für mehr reiche der Platz vor Ort nicht, auch wenn es die Nachfrage hier gebe. „Der Bedarf ist da, das merken wir an den Nachfragen, doch für einen Hort mit 18 Kindern fehlt uns leider der Platz“, sagt Kita-Leiterin Uta Steinkamp.



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