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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 08:40 Uhr

„Der erste Eindruck ist gut“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Im Schloss sind die Bauarbeiten zur Barrierefreiheit gestartet / Beirat für Menschen mit Behinderungen zeigt sich zufrieden

Freudige, aber auch angespannte Gesichter gestern im Schloss: „Jetzt wird es ernst, die Arbeiten haben begonnen“, sagte Brigitta Herrmann, derzeitige Schloss-Chefin, und blickt nach draußen in den Innenhof. Dort stehen Baufahrzeuge. Ein Bagger reißt gerade das Pflaster auf. Anstelle der kleinteiligen Steine soll eine neue Umwegung entstehen. In einer Ecke des Innenhofes sind bereits großflächige und damit besser begehbare Granitplatten verlegt worden. Neben Herrmann nahmen gestern auch Mitglieder des Beirats für Menschen mit Behinderungen in Ostholstein die Testfläche in Augenschein. „Der erste Eindruck ist gut. Darauf kann man gut gehen“, sagt die sehbehinderte Angelika Sommer, die mit ihrem Blindenstock die Rille ertastet, damit später auch Menschen, die nicht gut sehen können, den Weg ins Schloss finden.

Auch Rollstuhlfahrerin Edda Rahlf ist zufrieden mit der neuen Umwegung. „Da werden später auch alle anderen Besucher drauf laufen, selbst mit Highheels kommt man dann ins Schloss“, sagte die 2. Vorsitzende des Beirats augenzwinkernd.

290  000 Euro kostet der neue Pflasterweg, der sich vom Innenhof durchs Tor bis über die Brücke erstreckt. Die während der Landesgartenschau verlegten Gummi-Matten-Wege gehören somit der Vergangenheit an. Rund einen Meter breit ist der neue Weg, der aus zwei jeweils 37 Zentimeter breiten Granitplatten und Teilen der historischen Pflasterung besteht. Nach der Winterpause des Schlosses – also in der zweiten März-Hälfte – sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sagte Burkhard Beck-Broisitter, Bauberater der Stiftung.

In Sachen Barrierefreiheit ist die Umwegung aber nur der sprichwörtliche erste Schritt. Unüberhörbar sind zurzeit weitere Bauarbeiten: Denn neben dem Shop arbeitet seit ein paar Tagen lautstark ein Presslufthammer. Hier entsteht bis März ein Fahrstuhlschacht, für den bereits ein alter Kamin weichen musste. Rund 200  000 Euro kostet der Einbau des Fahrstuhls insgesamt, sagt Beck-Broisitter.

Alle Arbeiten finden in enger Absprache mit der Denkmalschutzbehörde statt – und eben auch mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen. Die Mitglieder zeigten sich gestern ebenfalls von den weiteren Maßnahmen – dem WC, das auch Rollstuhlfahrer nutzen können, sowie den Drucktastern, die jetzt die schweren Holztüren öffnen, angetan. Ebenso die zusätzliche Sicherheitsbeleuchtung – Kostenpunkt im gesamten Schloss rund 450  000 Euro – wurde begrüßt. Nicht so hingegen der noch fehlende barrierefreie Zugang zur Schloss-Gastronomie. „Da sind noch Hürden zu nehmen“, sagte Rahlf angesichts der Gespräche mit dem Restaurant-Betreiber. Alle Beteiligten zeigten sich jedoch zuversichtlich, dass es auch hier eine Lösung geben werde. Dennoch ist sich Schloss-Chefin Herrmann sicher: „Alles können wir im Schloss nicht erreichen.“ Insofern spricht sie auch vom barriereärmeren und nicht -freien Schloss.

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erstellt am 13.Dez.2016 | 12:08 Uhr

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