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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 17:54 Uhr

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Jugendgruppe des Sereetzer SV trifft letzte Vorbereitungen für den Jugendaustausch mit jungen Leuten aus der Region Antalya

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2016 | 06:15 Uhr

Der Termin rückt näher, hier und da ist schon ein Anflug von Reisefieber zu spüren. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, 26 Jugendliche und vier Betreuer haben sich am Donnerstagabend im Sportheim des Sereetzer SV auf die einwöchige Reise eingestimmt, die sie vom 2. bis 9. April in die Türkei, genauer: in die Region Antalya, führt.

„Ich will die Kultur näher kennenlernen“, sagt Sabrina Rattunde (17). Sie ist besonders gespannt auf den engen Kontakt mit türkischen Familien, der zum Programm des Jugendaustausches gehört, den die Europäische Union mit dem Förderprogramm „Erasmus plus“ und die Deutsch-Türkische Jugendbrücke mitfinanzieren.

Alexander Bronnert (16) will in Antalya einen Einblick in das Leben in der Türkei bekommen und seine Vorurteile beseitigen. „Mich interessiert sehr, wie dort die Flüchtlingsfragen gesehen werden“, sagt er. Und der Umgang mit der Religion ist ein wichtiges Thema. Er wolle wissen, wie strikt die Religionsauffassung im Land der Gastgeber ist. Lennard Hesebeck (15) ist auf den Vergleich gespannt, wie türkische Familien in Deutschland und in der Türkei leben. Und auch für ihn spielt das Erleben der türkischen Kultur eine große Rolle.

Ein Programmpunkt der Jugendreise ist ein Fußballspiel mit gemischten Teams. Gastgeber vor Ort ist der Frauenfußballverein 1207 Antalya, der in der höchsten türkischen Liga spielt. „Das ist das erste Mal, dass wir gegen eine komplette Mädchenmannschaft spielen“, weiß Alexander Bronnert. Sabrina Rattunde blickt dem Kick skeptisch entgegen. Sie ist Leichtathletin und hat mit dem Fußballspiel noch keine Erfahrungen. Lennard Hesebeck weiß noch nicht so recht, welches Fußballniveau die Gegnerinnen haben und wie sie mit robusteren Zweikämpfen umgehen. Er denkt, dass die Leistungsfußballerinnen auch körperlich mithalten können. In Deutschland wird der türkische Fußball oft auf die beiden Großvereine in Istanbul reduziert, Fenerbahce und Galatasaray. Beim Thema „Fußball“ ist Lisa Grimm (18) außen vor: „Ich bin verletzt und kann nicht mitspielen.“

Die Reisevorbereitungen gehen auf die Zielgerade. Betreuerin Beate Grimm hat für die Gruppe eine Checkliste aufgestellt, als Vorschlag, wie sie betont. Jürgen Grimm brennt eine Frage auf den Nägeln: „Haben auch alle gültige Personalausweise? Und denkt an einen gültigen Impfpass“, gibt er den jungen Sportlerinnen und Sportlern mit auf den Weg.

In den Koffer gehören natürlich auch Hemd, Hose und Stutzen für das Fußballspiel, aber auch wasserfeste Schuhe für die gemeinsame Rafting Tour der Jugendlichen aus Sereetz, Lübeck und Ostholstein und der Gastgeber, beide Gruppen sind jeweils 30 Personen stark. Der Programmablauf verspricht: „Die Jugendlichen lernen sich gegenseitig noch besser kennen; in gemischten Booten á neun Personen meistern sie gemeinsam die gestellten Aufgaben. Ziel ist es, von vornherein den Respekt und die Anerkennung zu stärken.“

Die Gruppe wohnt in einem Hotel, das die bestmögliche Sicherheit bietet. „Fremde haben dort keinen Zutritt, es ist ausschließlich für Hotelgäste reserviert“, weiß Jürgen Grimm, der die Unternehmung vorbereitet hat. Ein Höhepunkt ist der Besuch der Rathäuser von Murat Pasa (Antalya) und Dösemealti, in denen sie jeweils von den Bürgermeistern empfangen werden. Die jungen Menschen haben sich intensiv auf die Fahrt vorbereitet. Sie haben eine Mappe erstellt, in denen Fragen und Antworten zu Land und Leuten, Religionen, Jugendarbeitslosigkeit und ein kleines deutsch-türkisches Wörterbuch enthalten sind. Zurzeit liege die Durchschnittstemperatur in Antalya zwischen 21 und 23 Grad, stellt Beate Grimm fest, das Meer sei eher noch frisch, dort werden im Mittel ungefähr 17 Grad gemessen, sagt Beate Grimm.

Die Sereetzer haben als besonderes Projekt für den Austausch ein zweisprachiges Video gedreht, das bei den Empfängen gezeigt werden soll. So sollen die türkischen Jugendlichen etwas über die Umgebung und Geschichte ihrer Gäste erfahren, filmisch geht es von Sereetz nach Lübeck mit kurzem Sightseeing und von dort nach Travemünde an den Ostseestrand. „Da müssen wir noch einiges tun, Untertitel schreiben und vielleicht noch ein wenig schneiden“, weiß Jürgen Grimm. „Dafür werden wir die Ostertage nutzen“,nimmt er sich vor. Das Reisefieber steigt.

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