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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 19:17 Uhr

„Der Blick über den Tellerrand“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schüler aus Frankreich besuchten die Berufliche Schule in Eutin / Die Europaschule bot gestern ihre dritte Europamesse an

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 04:00 Uhr

Dieses Mal sind es Schüler aus Frankreich, die in der Beruflichen Schule Ostholstein in Eutin zu Besuch sind. Die 13 jungen Männer aus dem Elsass, etwa 30 Kilometer von Straßburg entfernt, lernten gestern den Unterricht der Berufsschule kennen. Mit ihrer Lehrerin Eveline Estebe waren die Abiturienten unter anderem bei den angehenden Kfz-Mechatronikern zu Gast.

Der 18-jährige Kevin Akpolat aus Morschviller le Bas – der Ort liegt zwischen Colmar und Basel – sitzt mit Kevin Koll und Max Kipf vor einem Steckkasten. „Wir prüfen die Eigenschaften von Strom“, sagt Koll. Das Trio probiere aus, wie sich Strom in Reihe oder parallel geschaltet und mit Widerständen verhalte. Die Kommunikation läuft in gebrochenem Deutsch oder Französisch. Englisch kann der Franzose, der ein auf Elektrotechnik ausgerichtetes Abitur machen möchte, nicht. Die andere Hälfte der Mechatroniker-Klasse schalten Lichtanlagen von Fahrzeugen.

Die Schülergruppe wird in den kommenden Tagen Sehenswürdigkeiten in Ostholstein, Kiel und Lübeck besuchen, bevor sie nach Aussage von Schulleiter Carsten Ingwertsen-Martensen am Wochenende nach Hause fährt.

Auf deutscher Seite kümmert sich Ina Hansen um den Austausch mit dem „Lycee des Metiers Paul Emile Victor“ in Obernai in der Region Grand Est (Elsass). Sie hat die Aufgabe ihrer Kollegin Helga Meier übernommen, die die Verbindung zur Lehrerin Estebe vor einigen Jahren einfädelte. Vor zwei Jahren kamen Franzosen aus Obernai zum ersten Mal nach Eutin. Im vergangenen Jahr fuhren Eutiner Schüler nach Frankreich.

Zeitgleich hatte die Berufliche Schule gestern ihren Europatag, den sie zum dritten Mal mit einer Europa-Messe den Schülerinnen und Schülern anbietet. Organisator der ersten Stunde ist Gerald Schlüter. Der Lehrer ist Mitbegründer der Europagruppe an der Schule.

Die Pausenhalle ist voller junger Frauen und Männer, die sich an den Ständen der sieben Anbieter über Möglichkeiten, im Ausland Erfahrungen zu sammeln, informieren. So wollen Annika Symanowski und Carina Piening von „Kultur Life“ mehr über den Freiwilligendienst wissen. Constanze Rassbach von der Organisation sagt ihnen, welche Erfahrungen in Afrika, Asien oder Südamerika möglich sind. Annika und Carina werden ihr Abitur machen. Danach will Annika ins Ausland reisen: „Ich finde das Angebot interessant, weil der Aufenthalt gefördert wird und man Kontakt zu Einheimischen bekommt“, sagt die Eutinerin.

Zu den Anbietern von sozialen Programmen gehören an diesem Tag American Institute For Foreign Study (AIFS) und American Field Service (AFS), zudem informieren die Europa-Universität Flensburg, die Handwerkskammer und die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein sowie die Schule selbst. „Wir bieten die Messe im Herbst an, weil der Europatag im Mai in die Prüfungszeit fällt. Im Herbst sprechen wir auch schon die neuen Schüler an“, erklärt Ingwertsen-Martensen.

Organisator Schlüter rechnet in diesem Jahr erneut mit mehr Schülern, die ins Ausland fahren machen möchten. 2016 waren es 45. „Ich rechne dieses Jahr mit 55 bis 60 Schülern.“ Damit sei dann die Kapazität der Schule ausgeschöpft. „Wir dürfen nicht auf unserer Scholle sitzen bleiben, sondern müssen über den Tellerrand gucken“, begründet der Schulleiter den Einsatz.

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