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Abschied in Eutin : Der „beste Chef“ geht nach 33 Jahren

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Markus Föhrweißer, Leiter der Kreismusikschule, wurde mit einem Festakt im Ostholsteinsaal des Kreishauses verabschiedet.

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erstellt am 19.Feb.2016 | 11:00 Uhr

„Danke – an den besten Chef, den wir je hatten“, sagte Frauke Behrens-Wolff stellvertretend für das ganze Lehrerkollegium der Kreismusikschule zur offiziellen Verabschiedung von Markus Föhrweißer vor rund 70 Gästen aus Politik, Verwaltung und Kultur im Kreishaus.

Nach mehr als 33 Jahren geht der pädagogische Leiter der Kreismusikschule Ostholstein in den Ruhestand und übergibt Ende des Monats die Leitung offiziell an seine Nachfolgerin Petra Marcolin (34) aus dem Saarland.

Föhrweißer habe nicht nur mit großem Engagement die Kreismusikschule weiterentwickelt und zu dem gemacht, was sie heute ist, betonte Landrat Reinhard Sager beim Festakt. Sondern er habe auch immer internationale Beziehungen zu Partnermusikschulen in England, Finnland und Dänemark aufgebaut und gepflegt sowie Orchesterprojekte und Orchesterreisen organisiert. Neben der Leitungsaufgabe unterrichtete Föhrweißer, der seine ersten musikalischen Gehversuche als Jugendlicher an der Orgel im Beisein des Vaters unternahm, Klavier und Theorie und bereitete so viele Schüler auf ihr Musikstudium vor. Seit neun Jahren ist er auch Mitglied im Vorstand der Musikschulen in Schleswig-Holstein.

Föhrweißer habe ein großes Kulturnetzwerk für die Kreismusikschule hinterlassen, so Sager: „Ein konstantes Kollegium über die Jahrzehnte hinweg ist hierfür der beste Beweis. Sie haben die Kreismusikschule immer als ein Team verstanden.“ Das Lob, das Föhrweißer für seine Führungsqualitäten zugesprochen bekam, gab er gern zurück. „Ein Schiff kann ohne Kapitän fahren, ein Orchester ohne Dirigenten spielen. Aber ein Dirigent ohne Orchester ist doch eine ziemliche Lachnummer. Das wunderbarste an meiner Zeit war mein Team“, sagte Markus Föhrweißer. Dazu zählte er neben den Lehrerkollegen auch Verwaltung und Politik – „eben all jene, die mitgeholfen haben, die Kreismusikschule zu dem zu machen, was sie heute ist“.

Er gehe nach all der Zeit mit einem guten Gefühl, einem lachenden und einem neugierigen Auge und einem Wunsch, sagte der 65-Jährige: „Die Kreismusikschule soll die nächsten 33 Jahre mit Herzblut, Engagement, Weitsicht, Menschlichkeit und Toleranz weitergeführt werden.“

Frauke Behrens-Wolff aus dem Kollegium nutzte die Chance und schloss an ihre Rede eine Bitte an die zahlreichen Vertreter der Politik an: „Verringern Sie nicht das hauptamtliche Engagement mit jeder Stelle, die in Rente geht. Das wäre Sparen am falschen Ort und würde das Lebenswerk Markus Föhrweißers zerstören.“ Gerade im Bereich der musikalischen Frühförderung sei der gesellschaftliche Gewinn durch eine Kreismusikschule von unschätzbarem Wert, betonte auch der Landrat.

Damit Föhrweißer, dem seine Kollegen echte Entertainer-Qualitäten „wie Gottschalk, nur besser“ unterstellten, den Unruhestand auch genießen kann, schenkten sie ihm Kleinigkeiten, die er bei den geplanten spannenden Reisen und Begegnungen mit interessanten Musikern gut gebrauchen könne. Und noch ein Rat: „Höre auf Deine Stimme, die da ruft: ‚Jetzt kannst du einen Gang runter schalten; mach mal Pause, Du musst jetzt nichts tun.“ Föhrweißer war sichtlich bewegt und betonte, Eutin auch weiterhin erhalten zu bleiben.

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