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Dorfschaftsversammlung in Timmdorf : Denkzettel für Wilfred Knop bei der Wahl zum Dorfvorstand

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 21.Sep.2013 | 00:36 Uhr

Das hatte sich Wilfred Knop etwas anders vorgestellt. Der seit 31 Jahren amtierende Dorfvorsteher in Kreuzfeld wäre am Mittwoch bei der Wahl zum Dorfvorstand fast durchgefallen. Fünf Plätze waren zu besetzen, sieben Kandidaten angetreten, darunter der komplette bisherige Dorfvorstand. Nur weil der bisherige Beisitzer, Hans-Georg Jahncke, seine Wahl nicht annahm, rückte Knop auf Platz 5 vor und schaffte es so in das Gremium.

Knop hatte 36 von 62 Stimmen erhalten, vor ihm platzierten sich Andree Bendrich (52 Stimmen), Hans-Jürgen Rüder (49), Rolf Röhling (44) und Hans-Georg Jahncke (39). Ebenfalls angetreten war Friedhelm Krause. Trotz des Denkzettels für Knop wählte ihn der neu zusammengestellte Dorfvorstand erneut zu seinem Vorsitzenden. Das brachte wiederum Rolf Röhling, einziges neues Mitglied, so sehr auf die Palme, dass er sein Amt einen Tag nach der Dorfschaftsversammlung niederlegte.

„Nach Gesprächen mit Kreuzfelder Bürgern wurde mir klar, dass die Bevölkerung dieses Ergebnis gar nicht wollte“, begründete Röhling seinen Rückzug. Besonders wurmt ihn, das Knop sich wieder zur Wahl stellte, obwohl er eigentlich schon abgewählt war. „Ich meine, das ist eine Entscheidung, wie sie im politischen Bereich getroffen wird, aber sie sollte bei der Wahl für den Dorfvorstand nicht vorkommen“, sagte Röhling, der keinen Hehl daraus macht, dass er selbst gerne Dorfvorsteher geworden wäre. Außer Knop und Röhling wollte nach OHA-Informationen niemand für den Vorsitz kandieren.

Wilfred Knop zeigte sich im OHA-Gespräch „überrascht und enttäuscht“ von seinem Wahlergebnis. Bei der Versammlung sei jedoch keine Kritik an seiner Amtsführung geäußert worden. „Deshalb hat mich das betroffen gemacht“, erklärte Knop. Als einen Grund für sein schlechtes Ergebnis vermutet Knop den 2012 erfolgten Ausbau der Dorfstraße samt Kanalsanierung, für den er sich seit langem eingesetzt hatte. In der Tat saß Knop hier gewissermaßen zwischen zwei Stühlen. Als Dorfvorsteher und zugleich Vorsitzender des Finanzausschusses der Gemeinde musste er hier die widerstreitenden Interessen von Dorfbewohnern, die den Ausbau mitfinanzieren mussten, und Gemeinde in Einklang bringen.

Knop bedauerte die Reaktion Röhlings. „Ich hätte es begrüßt, wenn Rolf Röhling nicht zurückgezogen hätte. Ich hätte gerne konstruktiv mit ihm zusammengearbeitet“, erklärte er. Er sei durchaus bereit, etwas an der Arbeit des Dorfvorstands zu verbessern. „Doch dafür müsste ich erstmal die Kritik hören.“ Vielleicht, hofft Knop, biete das im Jahr 2015 anstehende 800. Dorfjubiläum eine Chance, das offenbar bestehende Kommunikationsdefizit zu beseitigen. Um das Jubiläum vorzubereiten, müsse man ohnehin mehr miteinander sprechen.

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