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Geplantes neues Gesetz : Denkmalschutz in SH: Das wird teuer für Hausbesitzer

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

16.000 Gebäude sollen per Gesetz unter Schutz gestellt werden. Den Eigentümern droht Ärger mit der Bank und der Versicherung.

Die Feuerversicherung wegen hoher Risiken gekündigt, neue Kredite von der Sparkasse auf Eis gelegt – wenn die Denkmalbehörde Gebäude unter Schutz stellt, geraten deren Besitzer unter Druck. Der wird noch wachsen, wenn die Küstenkoalition bald 16.000 einfache Denkmale per Gesetz in die Denkmalliste aufnimmt. CDU-Oppositionsführer Johannes Callsen lastet der Landesregierung an, wirtschaftlichen Belangen der Eigentümer in der Novellierung des Denkmalrechts „keine besondere Rolle“ mehr einzuräumen. Zugleich sei eine Klagewelle Betroffener vorgezeichnet. Das bisher übliche Anhörungsverfahren mit der Möglichkeit eines Widerspruchs gegen den Entscheid der Denkmalbehörde werde entfallen.

Schon das geltende Recht bereitet Besitzern möglicher Denkmale Probleme: Beispiel Neuenbrook, eine 600-Einwohner-Gemeinde im Kreis Kreis Steinburg: Neun Gebäude will die Behörde hier in die Denkmalliste eintragen. Als die Entscheidung des Denkmalamtes bekannt wird, reagieren in einem unserer Zeitung bekannt gewordenen Fall Sparkasse und Versicherung. Das Kreditinstitut pocht beim Eigentümer auf eine „umfassende Übersicht über Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse“. Begründung: Durch die Unterschutzstellung könne sich der Wert der Immobilie ändern. Zugleich bat das Institut um „Verständnis, dass wir z. Zt. mit weiteren Kreditmitteln nicht zur Verfügung stehen können“. Der bisherige Versicherer, die Neuendorfer Brand-Bau-Gilde, stellte dem Eigentümer die Kündigung des Versicherungsvertrags in Aussicht. „Denkmalgeschütze Gebäude sind bei unserer Gesellschaft ein nicht zu versicherndes Risiko“, heißt es in einem Schreiben. Rein rechnerisch würde die neue Prämie von 1150 auf 4150 Euro steigen.

Ein Einzelfall? Vor allem kleine Regionalversicherer seien nicht in der Lage, Risiken zu versichern, die sich aus dem Denkmalschutz ergeben, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Eine neue Police bei einem anderen Anbieter zu bekommen, sei „ nicht immer einfach“ und „mit happigen Aufschlägen“ bei der Prämie verbunden. Grund: Im Leistungsfall besteht eine Pflicht zur aufwendigen Wiederherstellung des Originalzustandes.

Das Landesamt für Denkmalpflege verteidigt seine Entscheidung im Fall Hoffmann. Es gebe „keine Ermessensspielräume“ für die Unterschutzstellung besonderer Kulturdenkmale. Dabei komme es nicht „auf die Anschauung des so genannten gebildeten Durchschnittsmenschen an, sondern auf den Wissens- und Erkenntnisstand sachverständiger Kreise“. 

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erstellt am 13.Feb.2014 | 19:16 Uhr

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