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Neues Gesetz in Arbeit : „Denkmalschutz bietet Vorteile für die Gesellschaft“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Landesamt für Denkmalpflege stellt heute in Eutin die Neu-Inventarisierung von fast 1900 Denkmalen im Kreis vor. In einem Interview erklärt Projektleiterin Astrid Hansen, worum es überhaupt geht.

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erstellt am 13.Mai.2014 | 15:51 Uhr

In der Landesbibliothek Eutin präsentiert das Landesamt für Denkmalpflege heute ab 17 Uhr öffentlich seine Pläne für ein neues Inventarverzeichnis der Denkmale in Ostholstein. Bisher sind hier 840 Gebäude, Ensembles und Gegenstände als besondere Kulturdenkmale gelistet, daneben gibt es 951 einfache Kulturdenkmale. Künftig soll es nur noch eine Denkmal-Kategorie geben. Über Ziele und Umstände der Neu-Inventarisierung gab Astrid Hansen, Koordinatorin des Projektes Revision der Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, dem OHA Auskunft.

 

In Ostholstein überprüfen jetzt zwei Experten alle Denkmale von besonderer Bedeutung, aber auch die sogenannten einfachen Kulturdenkmale. Wozu dient diese Betrachtung?

Dies dient der Revision und Schnellerfassung der Kulturdenkmale im Kreis Ostholstein. Die letzte große Revision liegt gut 30 Jahre zurück.

 

Kann ein vorhandener Schutzstatus revidiert werden?

Ja, das kann selbstverständlich passieren. Aber Kulturdenkmale, die in das Denkmalbuch eingetragen sind, können auch nur durch einen Verwaltungsakt aus dem Denkmalbuch ausgetragen werden. Nach geltendem Denkmalschutzgesetz würden die Eigentümer davon also erfahren.


Im Land gibt es derzeit rund 28 000 Objekte, die mehr oder weniger einen gewissen Denkmalschutz haben. Um wieviel wird sich diese Zahl, grob geschätzt, beim Abschluss der Inventarisierung verringert haben?

Wir gehen davon aus, dass sich die Zahl der Kulturdenkmale auf unter 20 000 einpendeln wird.


Kündigen Ihre Mitarbeiter bei den Eigentümern den Ortstermin an?

Unsere Mitarbeiter arbeiten grundsätzlich vom öffentlichen Straßenraum aus. Jeder Bürger ist eingeladen, sich über unsere Informationsveranstaltungen ein Bild von unserer Arbeit und uns zu machen. Sofern es sich als notwendig erweist, dass Privatgrund betreten werden muss, treten wir selbstverständlich frühzeitig mit den Eigentümern in Kontakt und vereinbaren einen Termin.


Ist es möglich, dass Eigentümer nicht wissen, dass ihnen ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude gehört?

Wer ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung besitzt, ist informiert. Er wurde vom Landesamt für Denkmalpflege angehört und bei Abschluss des Verfahrens wurde eine Eintragungsverfügung zugesandt. Bei Veräußerung erhalten die Neueigentümer eine entsprechend berichtigte Verfügung. Bei einfachen Kulturdenkmalen besteht diese Informationspflicht nicht. So wissen viele Eigentümer nicht, dass sie die Beratung der Denkmalbehörden in Anspruch nehmen können oder von der erhöhten steuerlichen Abschreibung profitieren könnten.

 

Bietet der Denkmalschutz neben Auflagen auch Vorteile für Eigentümer?

Die Erhaltung der Kulturdenkmale steht im öffentlichen Interesse. Sie prägen unsere gebaute Umwelt und tragen wesentlich zu einem reizvollen Stadtbild bei. Viele Mitglieder von Haus und Grund profitieren von der kostenlosen Beratung des Landesamtes für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörden. Auch sie nehmen die Vorteile der erhöhten steuerlichen Abschreibung in Anspruch. Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel können zudem öffentliche Zuwendungen beantragt werden. Denkmalschutz bietet also sowohl Vorteile für die Gesellschaft als auch dem privaten Eigentümer.


Werden die Daten der Denkmale künftig auf elektronischem Wege für Bürger leicht einsehbar sein?

Wir arbeiten daran, unsere Datenbank, im Rahmen des datenschutzrechtlich Zulässigen, zukünftig im Internet zu präsentieren. Wann dies sein wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht sagen. Eine Veröffentlichung macht erst dann Sinn, wenn die Daten korrekt sind.

 

 

 

 

 



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