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„Den Kindern beide Eltern“ – Morgen ist Treffen in Neustadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenn sich Eltern trennen, leiden darunter die Kinder – und der Elternteil, dem plötzlich der Zugang zum Kind verwehrt wird. Rufmordkampagnen, Strafanzeigen, Einforderung psychologischer Gutachten – „die Wäsche, die in Anwaltsbriefen und vor Gericht gewaschen wird, ist oft schmutzig“, sagt Danny Reimann. Er macht sich gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Gruppe „Den Kindern beide Eltern“ für den Einsatz der „Cochemer Praxis“ (Infokasten) stark.

Diese soll – sobald Anwälte ins Spiel kommen – für einen Dialog zwischen den Eltern sorgen, um damit die Grundlage zur Übernahme gemeinsamer Elternverantwortung zu schaffen. Statt endloser Anwaltsbriefe mit gegenseitigen Beschuldigungen sollen lediglich Anträge zwischen den Parteien ausgetauscht werden, der Rest werde in direkten Gesprächen mit Jugendamtsmitarbeitern oder im Gericht selbst geklärt, so Reimann. „So kann es gar nicht erst zwischen den Eltern eskalieren, die Ebene, auf der man sich sachlich über alles unterhalten kann, soll erst gar nicht verlassen werden“, sagt der Vater.

Kurz nachdem er die Gruppe „Den Kindern beide Eltern“ bei Facebook und im Netz öffentlich gemacht hatte, meldeten sich Menschen – Männer und Frauen – die ähnliches oder schlimmeres erlebt hatten als er. Einige haben mehr als 20 Gerichtsverfahren hinter sich – mit und ohne Erfolg, mit und ohne Kontakt zum Kind.

„Es geht uns um unsere Kinder, das ist das Wertvollste, nur deshalb kämpfen wir weiter und geben nicht auf“, sagt ein anderer Vater. „Wir Eltern haben nicht das Recht auf Umgang, sondern die Kinder. So steht es in der Gesetzgebung.“

Schnell wurde die Gruppe größer, aus dem ganzen Land meldeten sich Betroffene. Danny Reimann: „Es war klar, dass wir uns auch mal sehen und austauschen wollten, also kam es relativ schnell zum ersten Treffen.“ Um niemanden zu benachteiligen, wechselt die Gruppe den Treffpunkt regelmäßig an Orten in den Kreisen Ostholstein und Plön. Das nächste Treffen ist morgen, 14. Oktober, um 18.30 Uhr im Brauhaus Neustadt. „Wir treffen uns nicht nur, um uns gegenseitig unsere Geschichte zu erzählen. Der ein oder andere ist teilweise ein Stück weiter und so können wir uns gegenseitig helfen“, sagt Reimann. Zum morgigen Treffen kommt Bernhard Filz, Leiter des begleiteten Umgangs beim Kinderschutzbund.


Infos unter 01525/4075492 oder www.den-kindern-beide-eltern.de

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erstellt am 12.Okt.2015 | 09:57 Uhr

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