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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 04:01 Uhr

Den Europa-Gedanken immer vor Augen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Eutin darf sich seit gestern Europaschule nennen / Carsten Ingwertsen-Martensen ist Schulleiter auf Lebenszeit

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 00:31 Uhr

Kein Zweifel, eine solche Unterrichtsstunde haben Sönke Fabian und Grete Rasmussen an der Beruflichen Schule des Kreises Ostholstein in Eutin (KBS) noch nicht erlebt. Statt Mathe oder Deutsch stand gestern für die beiden und rund ein Dutzend weiterer Schüler ein Workshop über die Europäische Union bei der Kieler Studentin Simone Braun auf dem Stundenplan. In den Nachbarräumen fanden ebenfalls Seminare zu dem Oberthema „Europa“ statt.

Und das nicht ohne Grund: Seit gestern darf sich die KBS Europaschule nennen. Die Urkunde überreichte Jörn Krüger vom Schleswig-Holsteinischen Bildungsministerium als Vertreter des kurzfristig ausgefallenen Staatssekretärs Dirk Loßack in einer Feierstunde an Schulleiter Carsten Ingwertsen-Martensen. Für ihn gab es gleich doppelt Grund zur Freude: Ingwertsen-Martensen wurde zum Schulleiter auf Lebenszeit ernannt.

Nicht nur dem Schulleiter, sondern auch seine Kollegen strahlten übers ganze Gesicht, da sie seit über zwei Jahren auf die Auszeichnung als Europaschule hingearbeitet haben. Ingwertsen-Martensen dazu: „Vor dem Hintergrund der
Euro-Krise und europakritischer Strömungen ist es wichtig, den Jugendlichen das Thema Europa näherzubringen.“

Um dies zu erreichen, setzt die KBS nicht nur auf Workshops wie gestern geschehen, sondern sie hat den europäischen Gedanken auf verschiedene Weise in den Unterricht und Projekte außerhalb dessen eingebracht. Dazu zählen reiserechtliche Aspekte für angehende Tourismuskaufmänner genauso wie das Projekt „Kult.kom“, bei dem vor allem der sprachliche Austausch zwischen Deutschland und Dänemark gefördert wird. Zudem besitzt die Schule einen Europa-Lehrplan, pflegt Partnerschaften mit ausländischen Schulen und bietet Schüleraustausche an.

Mit diesen Aktionen und der Ernennung zur Europaschule verfolgt die KBS ein klares Ziel, wie Ingwertsen-Martensen freimütig bekennt: „Gerade in Zeiten des demographischen Wandels und dem Wettbewerb mit anderen Schulen wollen wir so unser Profil schärfen.“ In demselben Atemzug betonte der Schulleiter den Nutzen für die Schüler. „Der Europa-Einfluss auf den Unterricht kann ihnen auf dem Arbeitsmarkt weiterhelfen.“ Daher setze er auf die Zusammenarbeit mit anderen Schulen, etwa der zweiten Europaschule Eutins, dem Weber-Gymnasium.

Doch der europäische Gedanke soll nicht nur von wirtschaftlichen Gesichtspunkten geprägt sein. Deshalb bot die KBS gestern einen Workshop an, der den Schülern Wege für einen Auslandsaufenthalt aufzeigen sollte. Und den haben die Teilnehmer Milena Heimowski, Katharina Morgenstern und Kay Schütt fest eingeplant. „Ich weiß noch nicht, wo es genau hingehen soll“, sagte Kay Schütt. Das aber, so lautete der Grundtenor der Feierstunde, sei nur nebensächlich.

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