Malente : Den Blick für die Natur öffnen

Sie hat die Schilder entworfen: Dr. Andrea Rudolph erläutert Bürgermeister Michael Koch die Konzeption der Schautafeln.  Foto: Schröder
Sie hat die Schilder entworfen: Dr. Andrea Rudolph erläutert Bürgermeister Michael Koch die Konzeption der Schautafeln. Foto: Schröder

Umgestaltung der Wunderwelt Wasser: Neue Schautafeln erklären den Besuchern, was sie in dem Naturerlebnisraum sehen können.

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26. Juli 2012, 11:17 Uhr

Malente | Dr. Andrea Rudolph gerät ins Schwärmen: "Schöner kann man das nicht haben. Sie stehen auf den Pflanzen, die sie jetzt sehen", erläutert die Biologin eine der neuen Schautafeln, die jetzt in der Wunderwelt Wasser aufgestellt wurden. Die Angesprochenen vom Lions-Club Eutin stehen auf Sternmoos - einem "trittsicheren Rasenersatz", der "von Juni bis August mit kleinen weißen Sternblüten erfreut", wie der großen Informationstafel direkt vor ihnen zu entnehmen ist.

Genau so hat sich Andrea Rudolph das neue Konzept für den im Jahr 2007 eröffneten Naturerlebnisraum vorgestellt: "Wir haben eine Beschilderung konzipiert, die den Blick dafür öffnen soll, was hier Wunderbares steht" - etwa Weiderößchen, Minze oder Gänsefingerkraut. Sieben große Schautafeln, eine neue Übersichtskarte im Eingangsbereich und diverse kleine Tafeln hat Andrea Rudolph mit ihrer Firma "Natur in Bild und Text" (Nabit) in Altenholz entworfen.
Naturerlebnisraum soll kindgerecht umgestaltet werden

Ermöglicht hat dies der Lions-Club, dessen Mitglieder seinerzeit schon kräftig bei der Gestaltung der Wunderwelt Hand anlegten. 7000 Euro stellten die Lions zur Verfügung. "Man muss diese Dinge, die man einmal angekurbelt hat, auch erhalten", begründet Lions-Präsident Dr. Klaus Taubert das finanzielle Engagement. Die Gemeinde brauchte lediglich Arbeitskraft dazusteuern.

Erst vor kurzem habe er wieder gesehen, wie viele Familien die Wunderwelt besuchen, erklärt Bürgermeister Michael Koch. Ziel sei es daher, den Naturerlebnisraum kindgerecht umzugestalten. Auf diesem Weg wolle die Gemeinde in den nächsten Jahren weitergehen, wobei noch einiges zu tun ist. Bislang seien etwa ein Viertel der Schautafeln aufgestellt, erklärte Andrea Rudolph.
Neu hinter dem Eingang: das "grüne Klassenzimmer"

Auch Taubert unterstreicht das Ziel, Kinder wieder an die Natur heranzuführen. Helfen soll dabei ein Logo, das dem großen Adlerkopf im Eingangsbereich nachgebildet ist. Es taucht auf den Schautafeln auf und weist auf Wissenswertes zur Natur hin - etwa darauf, dass Weidenrinde Stoffe enthält, die verwandt sind mit der Substanz, die heute im Schmerzmittel Aspirin enthalten ist, weshalb Weidenrinde schon im antiken Griechenland als Basis für ein Mittel gegen Kopfschmerz genutzt wurde.

Einige alte Modelle der Wunderwelt wurden versetzt oder sind der Renovierung ganz zum Opfer gefallen, weil sie im Laufe der Jahre zu sehr gelitten oder sich als unpraktikabel erwiesen hatten: Etwa das Edelstahl-Zugspiel auf einer größeren Bohlenfläche gleich hinter dem Eingang. Hier befindet sich nun das "grüne Klassenzimmer" mit einigen Bänken, wo Schulklassen sich beispielsweise vor einem Rundgang sammeln können. Andrea Rudolph schwebt zudem ein "Quiz für Kinder" vor, das hier seinen Platz finden könnte.

Koch denkt derweil schon über eine Erweiterung der knapp neun Hektar großen Wunderwelt nach. Ihm schwebt dabei sowohl der angrenzende Erlenbruch als auch ein Gelände hinter einer Holzbrücke über die Malenter Au vor, die dem Wasser- und Bodenverband gehört. Um weitere Schautafeln zu finanzieren, darf er wohl gerne noch einmal bei den Lions nachfragen. "Wenn wir angesprochen werden, werden wir das im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen", verspricht Präsident Taubert.

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