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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 13:34 Uhr

Demenz: Ostholstein und Plön Spitzenreiter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Neue Zahlen zur Häufigkeit der Erkrankung im Norden / Tendenz steigend

von
erstellt am 06.Okt.2014 | 12:23 Uhr

Manchmal etwas zu vergessen, das gehört für ältere Menschen zum Alltag. Doch wenn das Gedächtnis häufiger versagt, die Orientierung verloren geht und sich die Persönlichkeit verändert, dann lautet die Diagnose oft: Demenz. Mehr als 50 Formen der Erkrankung gibt es. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums leiden rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland daran – Tendenz steigend. Denn der demografische Wandel führt zu einem überproportionalen Anstieg des Bevölkerungsanteils der älteren Menschen gegenüber den jüngeren Menschen.

Das Thema Demenz betrifft in den Regionen Ostholstein und Plön prozentual gesehen am meisten Menschen in Schleswig-Holstein – so weist es die Demenzkarte Schleswig-Holstein (siehe Grafik) zum Stichtag 31. Dezember 2013 aus. Demnach sind 4443 Ostholsteiner, entsprechend 2,25 Prozent der Bevölkerung von Demenz betroffen – vor fünf Jahren waren es noch 3798. Im Kreis Plön sind dies 2652 Menschen (2,09 Prozent). Zum Vergleich: Im Kreis Segeberg beträgt der Anteil mit 4470 Betroffenen 1,7 Prozent. Nicht in dieser Statistk erfasst sind Menschen, die vor dem 65. Lebensjahr an einer Demenz erkranken. Es ist jedoch selten, dass Menschen vor dem 65. Lebensjahr erkranken – für Deutschland wird derzeit von etwa 20 000 Betroffenen ausgegangen bei etwa 1,4 Millionen Erkrankten insgesamt.

Die Spitzenposition der Kreise Plön und Ostholstein erklärt sich schnell mit einem Blick auf die Altersstruktur. Mit einem Altersdurchschnitt von 46,1 Jahren und einem Altersquotienten von 45,2 Prozent ist Ostholstein der Kreis mit dem höchsten Anteil Älterer in Schleswig-Holstein. Bis 2030 wird der Anteil der über 65-Jährigen hier auf 68 Prozent steigen, sagt Dr. Thomas Schang vom Ärztenetz Eutin-Malente. Und damit erhöht sich auch der Kreis derer, die an Demenz erkranken. Das liegt auch daran, dass das Risiko für diese Erkrankung mit dem Alter steigt. Heute ist laut Fachgesellschaften bereits jeder Dritte über 90 betroffen.

Die vorliegende Demenzkarte für Schleswig-Holstein geht im Ergebnis von über 53 500 Betroffenen im Norden aus. 66 Prozent der Betroffenen sind Frauen – da sie älter werden als Männer, sind sie auch häufiger betroffen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse legen außerdem nahe, dass Frauen insgesamt ein höheres Risiko haben, an einer Demenz zu erkranken. So sind bei den über 90-jährigen Männern rund 29 Prozent von einer Demenz betroffen, aber mehr als 44 Prozent der Frauen im gleichen Lebensalter.

Swen Staack, Geschäftsführer des Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein: „Zahlen und Daten sind auch wichtig, um Politik, Kranken- und Pflegekassen und anderen Verantwortlichen deutlich vor Augen zu führen, dass die Zahl der Menschen mit Demenz immer mehr wird und dass daraus folgend wirtschaftliche Notwendigkeiten und eine solidarische Gesundheitsversorgung unumgänglich werden.“

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