Demenz in der Region nimmt zu

Mehr als 7800 Betroffene leben in den Kreisen Ostholstein und Plön / „Erkrankung wird immer mehr Menschen betreffen“

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16. Oktober 2018, 13:09 Uhr

60 230 Menschen in Schleswig-Holstein sind von Demenz betroffen – bei der Erstberechnung im Jahr 2003 waren es noch 36 304. „Tendenz steigend“ heißt es auch beim Blick in die Region: In Ostholstein waren im vergangenen Jahr 4900, im Kreis Plön 2900 Menschen von Demenz betroffen – 2016 waren es noch 4725 beziehungsweise 2796 gewesen.

Jochen Gust vom Fachdienst Geriatrie des Sankt-Elisabeth-Krankenhauses Eutin und Swen Staack vom Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein haben die Daten auf Basis von Angaben des Statistikamts Nord und der Inzidenzraten der Deutsche Alzheimer Gesellschaft zusammengestellt. Berechnet sind Betroffene ab dem 65. Lebensjahr zum Stichtag 31. Dezember 2017. Darüber, wie viele Demenzkranke in einem Land- oder Stadtkreis – statistisch gesehen – leben, gibt die neue Demenzkarte Schleswig-Holstein Auskunft. Die Kreise Pinneberg und Rendsburg-Eckernförde weisen dabei prozentual den höchsten Anteil Erkrankter aus, gefolgt von Stormarn, Segeberg, Ostholstein und Kiel sowie Lübeck. Der Kreis Plön rangiert im Mittelfeld.

„Dass die Zahl der Betroffenen auch weiterhin wächst – besonders bedingt durch unsere stetig steigende Lebenserwartung – machen die hier vorliegenden aktuellen Zahlen für Schleswig-Holstein mit einer Erhöhung der Menschen mit Demenz um mehr als etwa 2600 Betroffene im Vergleich zum Jahr 2015 mehr als deutlich“, sagte Staack. Diese Entwicklung scheint sich auch zukünftig fortzusetzen. „Demenzielle Erkrankungen werden in Zukunft immer mehr Menschen betreffen“, sagte Monika Kaus, 1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Der Verband trifft sich ab morgen zu seinem zehnten Kongress in Weimar. Mehr als 700 Teilnehmer aus ganz Deutschland werden erwartet.

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