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Ostholsteiner Anzeiger

18. November 2017 | 03:59 Uhr

Dem Ende wohnt ein Anfang inne

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der marode Holzbergturm wird seit gestern abgerissen, doch die Bemühungen um einen neuen Aussichtsturm laufen auf Hochtouren

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2017 | 15:44 Uhr

Der im Sommer 2005 eröffnete Turm auf dem Holzberg ist bald Geschichte. Das vom Verschönerungsverein Neversfelde beauftragte Recycling-, Bau- und Abbruch-Unternehmen „Von Schönfels“ aus Neustadt sowie eine Kranfirma aus Fehmarn haben gestern mit dem Abriss des vom Pilz zerfressenen Turms aus Lärchenholz begonnen. „Wenn alles nach Plan läuft, ist der Turm morgen komplett weg“, sagte Kranführer Nils Marquardt.

Bereits am Vormittag hing die Kuppel des Aussichtsturms am Haken. Zuvor hatte Mike Feldsien, Mitarbeiter von „Rahlf Krane“ die dicken Balken mit der Motorsäge durchtrennt. Die gut erhaltene Dachkonstruktion steht nun wenige Meter von den Resten des Holzbergturms entfernt auf dem Fundament des Bismarckturms, der hier einst von 1908 bis 1918 gestanden hatte. Die Idee: Sie könnte künftig als Pavillon dienen, in dem auch an die zahlreichen Spender erinnert wird, die damals Geld für den Turm gegeben haben.

Beim Einsatz des 48 Tonnen schweren, vier-achsigen Krans war zunächst Feingefühl gefragt. „Das war Millimeterarbeit – aber das sind wir ja gewohnt“, schilderte Marquardt die Bewältigung der unbefestigten Auffahrt zum Turm. Ein kleinerer als der 65-Tonnen-Kran (maximale Last unter optimalen Bedingungen) wäre mit der gestellten Aufgabe aber auf jeden Fall überfordert gewesen. „Der hat einen 44-Meter-Mast“, berichtete Marquardt: „Den haben wir auch gebraucht, um das Dach abzuheben.“ Knapp 29 Meter hoch war der Turm. Beim Absetzen der Kuppel sei der Kran an seine Belastungsgrenze gekommen – gut zu erkennen am Mast, der sich durchbog wie eine Banane. Sechs Tonnen hingen da laut Kran-Anzeige am Haken.

Für eine Reparatur des damals vom Sturm stark beschädigten Bismarckturms fanden sich seinerzeit keine Geldgeber. Diesmal sieht die Lage zur Freude der Malenter besser aus. Bekanntlich hat des Ehepaar Kay und Dörte Cornils angekündigt, mit ihrer Stiftung den Neubau eines Turms zu finanzieren. „Es wird teurer als gedacht“, berichtete der ehemalige Malenter Gastronom. Derzeit liege man bei 150  000 Euro.

„Nächstes Jahr zu Pfingsten“ sollen die Malenter und ihre Gäste auf dem Holzberg wieder auf einen Turm steigen können. Dieses Ziel gab Cornils gestern aus. Gebaut werden soll ein 30 Meter hoher Stahlturm mit einer Aussichtsplattform in 27 Metern Höhe – drei Meter höher als bisher. Als Vorlage dient ein 2002 erbauter Turm im baden-württembergischen Loßburg im Schwarzwald. Der 70 Mitglieder starke „Förderverein Dorf und Natur in der Gemeinde Malente“ (Födona) plant, den neuen Turm zu bauen und auch die Trägerschaft samt Unterhaltung zu übernehmen. Dafür will er den Pachtvertrag für das Grundstück von den Landesforsten übernehmen. Diese hätten bereits Zustimmung signalisiert, berichtete Günter Struck, Vorsitzender des Verschönerungsvereins.

Der Abriss schlage jetzt mit 28  500 Euro zu Buche, sagte Struck. Das liege leicht über dem veranschlagten Budget, das sich aus 12  000 Euro vom Verein und der im Haushalt der Gemeinde zusätzlich eingestellten Summe von 15  000 Euro zusammensetze. Es sei das mit Abstand beste Angebot gewesen, zumal die Firmen nun kurzfristig tätig geworden seien. Einer der Anbieter habe den Turm gar sprengen wollen. Das Holz des Turms werde größtenteils geschreddert, die Treppe verschrottet. Struck zeigte sich erleichtert, dass die Fundamente des alten Turms für den Neubau genutzt werden können. „Diese auch noch zu entfernen, hätten wir uns nicht leisten können.“

Auf die alten Fundamente soll eine bis zu 80 Zentimeter hohe Bodenplatte gegossen werden, um den neuen Turm zu tragen. Die Planung liegt in den Händen des Malenter Bauingenieurs Dieter Gubernatis. Er nahm die Abrissstelle gestern gemeinsam mit Kay Cornils, Jörg Graage und Jan Eskildsen von Födona sowie Klaus-Peter Morhard in Augenschein. Morhard ist Geschäftsführer der Firma Simo in Epfendorf im Schwarzwald, die den Vogteiturm in Loßburg gebaut hat und nun auch in Malente tätig werden will.

Am künftigen Turm sollen die Malenter auf jeden Fall wesentlich länger Freude haben als an seinen Vorgängern. „Der hält 80 bis 100 Jahre“, sagte Cornils. Der Stahl werde feuerverzinkt und anschließend auch noch pulverbeschichtet.

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