zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 02:26 Uhr

Defizit sinkt unter Millionengrenze

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gutes Jahresergebnis 2014 hilft Malentes Nachtragshaushalt auf die Sprünge / Positives Signal für mehr Personal im Rathaus

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2015 | 19:09 Uhr

Wenn sich der Finanzausschuss in den vergangenen Jahren mit Haushaltsthemen befasst hat, waren das meist keine erfreulichen Sitzungen. Seit Jahren schiebt Malente ein Millionendefizit vor sich her. Das hat sich zwar bei der jüngsten Sitzung nicht geändert, doch immerhin sehen die Zahlen im Nachtragshaushalt 2015 deutlich besser aus als zuvor. Es gelang, das Minus von bislang gut 3,2 Millionen Euro auf knapp unter 1,6 Millionen Euro mehr als zu halbieren.

Bürgermeister Michael Koch erlebte denn auch „eine sehr sachorientierte Haushaltsberatung“, erhielt sogar das Signal für zusätzliches Personal im Rathaus. Der Haushalt sei mit zwei Enthaltungen durchgegangen und der Gemeindevertretung zum Beschluss empfohlen worden, erklärte er. Auch dass hatte Koch schon anders erlebt. Für den Haushalt 2015 brauchte die Gemeindevertretung im vergangenen Jahr noch zwei Anläufe, um das Zahlenwerk zu beschließen.

Hauptgrund für die erfreuliche Entwicklung ist ein Jahresergebnis 2014, das deutlich besser ausfiel als im Haushalt 2014 veranschlagt. Der Fehlbetrag sank um rund 1,4 Millionen auf knapp unter eine Million Euro. Verantwortlich waren dafür im Wesentlichen eine wegen verschobener Maßnahmen um 560  000 Euro verringerte Kreditaufnahme und zusätzliche Einnahmen von rund 390  000 Euro aus der Gewerbesteuer. Aber auch mehrere kleinere Positionen wie etwa 15  000 Euro mehr aus der Zweitwohnungssteuer trugen ihren Teil zu dem Ergebnis bei, ebenso wie längerfristige Krankheitsfälle im Rathaus, die zu niedrigeren Gehaltszahlungen führten.

Finanzausschussvorsitzender Wilfred Knop (FDP) nannte das Jahresergebnis erfreulich. Dennoch müsse die Gemeinde ihre Hausaufgaben machen. Dazu zählte Knop neben der Einführung einer Steuer auf Niederschlagswasser auch die Parkraumbewirtschaftung. „Damit müssen wir uns in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen“, erklärte Koch.

Im vorgelegten Nachtrag 2015 stehen im Verwaltungshaushalt Einnahmen von rund 14,0 Millionen Euro Ausgaben von 15,6 Millionen Euro gegenüber. Das strukturelle Defizit, also der Fehlbetrag, der ausschließlich im laufenden Haushalt entsteht und nicht aus den Vorjahren stammt, sinkt im Nachtrag von rund 850  000 auf nun etwa 580  000 Euro.

Die Investitionen (Vermögenshaushalt) steigen um rund 260  000 auf gut 2,0 Millionen Euro. Davon profitiert beispielsweise der Bauhof. Er soll einen neuen, leistungsfähigeren Kleintrecker für den Winterdienst und gärtnerische Aufgaben für 39  000 Euro bekommen.

„Sehr erfreulich“ nannte Koch das Signal, das er in Sachen Personal vom Ausschuss erhalten habe. Der Verwaltungschef formulierte es so: „Wenn wir in Personalprobleme kommen, müssen wir nachdenken, ob weiteres Personal eingestellt werden kann.“ Bereits im Mai solle es im Hauptausschuss konkret werden.


Neue Stelle für einen Flüchtlingsbeauftragten?


So hält Koch es für sinnvoll, für die Betreuung von Flüchtlingen in der Gemeinde die Stelle eines Flüchtlingsbeauftragten zu schaffen, wie es andernorts bereits geschehen sei. Ein weiteres Aufgabenfeld, das mit dem vorhandenen Personal kaum zusätzlich zu bewerkstelligen sei, sei die Einführung der Steuer auf Niederschlagswasser. Denn dafür seien umfangreiche Daten-Erhebungen notwendig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen