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Gefahr von oben : Deckenschaden: Malente sperrt Kursaal

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Publkum darf den Malenter Kursaal nicht mehr betreten. Ein Architekt soll den Sanierungsumfang und die Kosten der Arbeiten ermitteln.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Malente | Eigentlich sollte Architekt Jörg Fleischer aus Krummsee im Malenter Kursaal nur Malerarbeiten an der Bühne abnehmen. „Da fiel uns der Schaden durch Zufall auf“, berichtet Kurdirektor Georg Kurz. Fleischer, Hausmeister Burkhard Timm und Kurz bemerkten beim Blick von der Bühne auf die gegenüberliegende Seite des Saals, dass die Decke dort an zwei Stellen durchhängt – um einige Zentimeter. Die Konsequenz: Bis auf Weiteres ist der 180 Gäste fassende Saal nun gesperrt. Denn ein hinzugezogener Statiker sah Gefährdungspotenzial. Es sei nicht auszuschließen, dass Teile der Decke hinunterstürzen und Besucher treffen könnten, erklärt Kurz.

Der Schaden betrifft offenbar die Deckenunterkonstruktion, die aus Holz besteht. „Die ist genagelt und die Nägel ziehen raus“, erklärt Hausmeister Burkhard Timm, der nun Lüftungsklappen im gesamten Kursaal herausnimmt und dabei selbst schon mal einen Blick auf die Holzkonstruktion geworfen hat. Architekt Fleischer und sein Statiker wollen am Montag im Auftrag der Gemeinde den Umfang der Schäden untersuchen.

Bürgermeister Michael Koch geht davon aus, dass konkrete Aussagen zum Sanierungsumfang, der Dauer der Sanierungsarbeiten und zu den Kosten in drei Wochen möglich sind. Im schlimmsten Fall muss die gesamte Deckenkonstruktion erneuert werden. „Und das, wo wir gerade alles fertig hatten: Die Bühne ist frisch gestrichen und die sind Vorhänge gereinigt“, bedauert Hausmeister Timm.

Jetzt heißt es erst einmal umdisponieren. Ein Vortrag hat bereits in einem anderen Raum stattgefunden. Die Sitzung der Gemeindevertretung, die am Donnerstag, 27. Februar, ab 17 Uhr im Kursaal stattfinden sollte, zieht in das Hörsaalgebäude des Landessportverbands (LSV) in der Eutiner Straße. Auch die Zusammenkunft des Finanzausschusses eine Stunde zuvor findet beim LSV statt.

Beim Tourismus-Service Malente (TSM) ist man zwar froh, dass der Schaden nicht erst mitten in der Saison entdeckt wurde, dennoch ist jetzt Umplanen angesagt: „Wir müssen Veranstaltungen verlegen oder verschieben“, sagt TSM-Mitarbeiterin Anika Nierhaus. Derzeit gehe man davon aus, dass der Saal bis in den Mai hinein nicht zur Verfügung stehe. Während für kleinere Veranstaltungen im Haus des Kurgastes auch der Vortragssaal mit 50 Plätzen bereitsteht, muss für größere Ereignisse ein anderer Veranstaltungsort gefunden werden. So könnten die Sommerkonzerte, die am 11. Mai mit dem Preetzer Blasorchester beginnen, auch draußen stattfinden, sagt Anika Nierhaus. Für „Sopranissimo“ mit der Malenter Opernsängerin Eva Monar am 10. Mai hoffe man, falls nötig, einen Raum in einem Hotel zu finden.

Das Haus des Kurgastes steht wie der Kurpark selbst unter Denkmalschutz. Es wurde von dem aus Malente stammenden Architekten Peter Arp entworfen und 1969 eingeweiht. Damit setzte das Bauwerk damals den Schlusspunkt unter die Gestaltung des Malenter Kurparks.

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