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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 08:21 Uhr

Malente : Das Wasser soll weg – aber wie?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ortstermin: Kreis, Gemeinde, WBV und Anlieger einigen sich auf erste Schritte, um der Überschwemmung in Neversfelde Herr zu werden

Eines machte der Ortstermin bald klar: Ohne eine finanzielle Beteiligung der Anlieger ist das Hochwasserlage hinter den Häusern am Lerchenweg am Neversfelder Ortsausgang nicht in den Griff zu bekommen. Doch immerhin stehen die drei Betroffenen, deren Gärten seit November mehr oder weniger stark geflutet wurden (wir berichteten), mit der Malaise nicht mehr alleine da. Denn klar scheint, dass sich das Problem nicht von alleine löst, auch wenn der Wasserspiegel gestern trotz der Regenfälle der vergangenen Tage überraschend etwas gesunken war.

Über eine Stunde lang berieten Vertreter des Kreises Ostholstein, des Wasser- und Bodenverbands (WBV) Schwentine, der Gemeinde Malente, des Landesbetriebs Straßenbau und Anlieger gestern Vormittag, wie sie der Lage Herr werden könnten. Am Ende des Ortstermins, den die Untere Wasserbehörde koordiniert hatte, waren die Aufgaben verteilt. WBV-Verbandsingenieur André Stoffer will das genaue Einzugsgebiet ermitteln, aus dem sich das Oberflächenwasser in der Senke sammelt. Anhand dessen ließe sich dann auch klären, wer die Eigentümer der Flächen sind, von denen das Wasser kommt.

Und auch die Gemeinde ist jetzt mit im Boot. Wie der WBV hatte sie Sigrid und Hans Jagszent, deren Garten fast vollständig unter Wasser steht, zunächst signalisiert, nicht für das Problem zuständig zu sein. Möglicherweise fließt jedoch auch Wasser von Gemeindestraßen in die Senke, was schwierig auszuräumen ist. „Wir haben darüber keine Unterlagen“, bedauerte Bauamtsmitarbeiter Karlheinz Spindler.

Spindler will nun zum einen bei einem Ingenieurbüro nachfragen, mit welchen Kosten beim Neubau der Entwässerung zu rechnen wäre. Zum anderen will er klären, welche unterirdisch verlegten Leitungen dabei berücksichtigt werden müssen. Offensichtlich ist, dass eine Stromleitung genau dort verläuft, wo die Senke auf kürzestem Weg entwässert werden könnte. Außerdem will Spindler mit den Planungen für einen Sandfang beginnen, der dafür sorgen soll, dass das ablaufende Wasser nicht die bestehenden Rohrleitungen verstopft. Er erklärte sich auch bereit, die Beteiligten kurzfristig wieder an einen Tisch zu bringen, um weitere Schritte zu beraten.

Zu Beginn des Treffens hatte Gerd Schumacher skizziert, wo das Problem liege und wie es am günstigsten gelöst werden könnte. Schumacher ist Landwirt im Ruhestand und war bis März vergangenen Jahres Vorsteher des WBV Schwentine. Flächen seines nahegelegenen Hofs Radlandsichten liegen ebenfalls im Einzugsgebiet der Senke.

Ursache der Überschwemmung ist aus Schumachers Sicht eine zusammengefallene Entwässerungsleitung aus den 1920er Jahren. Da diese unter dem Grebiner Weg (Kreisstraße 57) entlang führe, verbiete sich eine Sanierung. „Das ist viel zu teuer.“ Er will dagegen das Wasser auf kürzestem Weg in die Oberflächenentwässerung der Grebiner Straße leiten. Gegen diesen Vorschlag hatte Christoph Ibrügger, Fachdienstleiter Grundstücks- und Gebäudeservice beim Kreis, keine Einwände.

Schumacher schilderte die Grundproblematik: „Der Unterlieger sagt: Ich kann das Wasser nicht aufnehmen“ und der Oberlieger sagt: Ich kann das Wasser nicht halten“. Bei der Lösung des Problems ist Solidarität gefragt und vor allem eine kostengünstige Lösung. Von dem Vorschlag, eine Rohrleitung durch das Gelände zu pressen, wollte Schumacher denn auch nichts hören. Der Praktiker will am liebsten mit dem Bagger soweit wie möglich einen offenen Graben ziehen und den Rest verrohren.

Fraglich blieb, ob dabei auch der Knick geöffnet werden darf, hinter dem sich das Wasser unmittelbar an der Straße wie hinter einem Damm sammelt. Dafür hoffen die Beteiligten nun auf die Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde.

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erstellt am 16.Feb.2016 | 11:00 Uhr

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