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Ostholsteiner Anzeiger

19. September 2017 | 21:05 Uhr

Malente : Das soll aus dem Immenhof werden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Planungsausschuss berät am kommenden Dienstag über die Pläne, aus dem Gut einen Ferienhof mit Pferdehaltung zu machen

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 13:56 Uhr

Lange wurde hinter den Kulissen die Vorarbeit geleistet, jetzt tritt die Planung in die heiße Phase: Am Dienstag, 15. April, befasst sich der Planungsausschuss ab 17 Uhr im Sitzungszimmer des Rathauses erstmals seit dem Besitzerwechsel 2012 mit der beabsichtigten Verwandlung von Gut Rothensande alias Immenhof in einen touristischen Betrieb, kombiniert mit Landwirtschaft und Pferdehaltung. Die Rede ist von einem „hochwertigen Ferienhof im Charakter einer historischen Gutsanlage“.

Der Ausschuss berät sowohl über die notwendige 10. Änderung des Flächennutzungsplans als auch über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 91. Wie den Unterlagen zu entnehmen ist, hat der Schweizer Eigentümer, der 50-jährige Carl-Joachim Deilmann, seine ursprünglichen Planungen abgespeckt, um die nicht ganz einfachen planungsrechtlichen Vorgaben zu erfüllen. So stehen mehrere der zwölf bestehenden Bauwerke auf dem Gutshof unter Denkmalschutz – das Gutshaus, das Torhaus, das Melkhus, eine weitere Scheune und ein reetgedecktes Bootshaus am Kellerseeufer. Außerdem liegt das Gelände im Landschaftsschutzgebiet.

Nun sind im Beherbergungsbereich noch 42 Wohnungen in sechs Gebäuden geplant. Sechs Wohnungen sollen im Herrenhaus untergebracht werden, fünf im Verwalterhaus, sechs im Pferdestall, elf im Torhaus, sechs im Melkhus, sechs in einer neu zu bauenden Remise und zwei in der Schmiede. Das Herrenhaus soll den Mittelpunkt des Gutslebens darstellen und neben einer Bar auch einen Weinkeller enthalten. Eine Gastronomie ist für das Melkhus geplant, 100 Plätze soll es innen und weitere 100 auf der Terrasse geben. Im Obergeschoss sind Veranstaltungsflächen vorgesehen, etwa für Hochzeiten, Bankette oder Lesungen. In Bankettbestuhlung wird es etwa 250 Sitzplätze geben.

Pferde können sowohl im der alten Reitstall (16 Boxen) als auch in einem Anbau (20 Boxen) an der östlich gelegenen Reithalle untergebracht werden, die „als wesentliches Alleinstellungsmerkmal des touristischen Produkts“ restauriert und modernisiert werden soll. Im Zentrum des Gutshofs ist ein Ponyreitplatz geplant. Weiterhin geplant sind Räume für Sport und Entspannung sowie ein Kleintierstall in der Scheune und der Neubau eines Torhauses zwischen Scheune und Gutshaus. Das neue Torhaus soll als zentraler Anlaufpunkt dienen, in dem alle anreisenden Gäste begrüßt werden.

Der ursprünglich geplante Bau einer zwölf Meter hohen Reithalle wurde zu den Akten gelegt, stattdessen soll die bestehende Reithalle im östlichen Teil des Guts erweitert werden. Auch der geplante Parkplatz direkt an der Landesstraße 174 fällt kleiner aus. Statt 250 Plätze soll er nun rund 170 Autos und drei Busse fassen. Für Großveranstaltungen ist ein daneben gelegener Bedarfsstellplatz vorgesehen. Die Kellerseefahrt soll am Gut anlegen können. Dafür ist ein 20 Meter langer Steg geplant.

Damit der durch die Belebung des Guts zu erwartende Verkehr reibungslos fließen kann, ist laut Kapazitätsberechnung eine Linksabbiegespur auf der L174 notwendig. Daher soll sich Deilmann verpflichten, diese auf eigene Kosten bauen zu lassen, wenn die Verkehrsbehörden dies für erforderlich halten.

„Ziel ist es, das Areal der Öffentlichkeit zugänglich und den Immenhof-Mythos erlebbar zu machen“, heißt es in einem Nutzungs- und Betreiberkonzept, das auch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung enthält. Darin wird dem Gut „großes Potenzial“ bescheinigt, es wird aber auch auf Risiken hingewiesen, etwa durch hohe Investitionskosten und – durch die Weitläufigkeit der Anlage bedingte – hohe Betriebskosten, bei der Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter und durch voraussichtlich hohen Aufwand für Vertrieb und Marketing.

Für einen wirtschaftlichen Betrieb müsse eine bestimmte Größenordnung erreicht werden. Die Umsätze sollen bis zum Jahr 2026 auf 3,1 Millionen Euro jährlich klettern. Im ersten Jahr sind 1,66 Millionen Euro eingeplant. Als Eröffnungstermin ist der 1. März 2016 vorgesehen – rechtzeitig vor Beginn der Landesgartenschau in Eutin, die am 28. April 2016 starten soll.

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