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Versammlung der Eutiner Einwohner : „Das sieht hier aus wie in der DDR“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgermeister Schulz betont die Notwendigkeit von Investitionen ins Eutiner Stadtbild

Rege Wortmeldungen löste das Thema Stadtsanierungskonzept in der Einwohnerversammlung aus. „Wir versuchen, damit Eutin auf neue Beine zu stellen“, betonte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz als Antwort auf kritische Stimmen, die angesichts der geplanten Investitionen vor einer Überforderung von Stadt und Bürgern warnten.

Mehr als 100 Eutiner waren der Einladung von Bürgervorsteher Dieter Holst in die Schlossterrassen gefolgt. Der gute Besuch zeige, dass die Bürger großen Anteil an der Entwicklung ihrer Stadt nähmen, freute sich Holst. Und kündigte als Devise für die nächsten Schritte bei der auf 15 Jahre konzipierten Stadtsanierung an: „Wir wollen mit Tradition in die Zukunft gehen und streben dabei eine große Gemeinsamkeit an.“

Grundlagen dafür hat das Potsdamer Planungsbüros „complan“ erstellt. Mit seiner Untersuchung der Gegebenheiten und Entwicklungsperspektiven für den historischen Stadtkern liegt jetzt ein Handlungsrahmen für öffentliche und private Maßnahmen vor, für die Bund, Land und die Stadt Fördermittel zur Verfügung stellen können. Das Sanierungsgebiet wird von der Bahnlinie, der Plöner Straße, Bleekergang, Seepark, Fasaneninsel und Oldenburger Landstraße umgrenzt.

Complan-Geschäftsführer Hathumar Drost stellte in groben Zügen vor, was dort alles angepackt werden soll. Insgesamt 60 Gebäude seien sanierungsbedürftig; schwerpunktmäßig seien Verbesserungen am Bahnhof, dem Weg über die verlängerte Peterstraße zum Markt, im Seepark, auf dem historischen Bauhof und an den Schlossterrassen ins Auge gefasst. Die öffentlichen Maßnahmen würden überschlägig 33 Millionen Euro erfordern, von denen Eutin zwei Drittel als Städtebauförderung erhalten könne. Erfahrungsgemäß würden dadurch private Investitionen in erheblichem Umfang angestoßen.

Obwohl er als Stadtvertreter bestens im Bilde sein sollte, zeigte sich Malte Tech (FWE) ahnungslos über die Höhe der Planungskosten. Das Büro „complan“ erhalte für seine von der Stadtvertretung beauftragte Untersuchung 50 000 Euro Honorar, von denen das Land zwei Drittel trage, stelle Bauamtsleiter Bernd Rubelt klar. Ex-Stadtvertreter Finn Pitzner (CDU) sorgte sich um die Ausgleichszahlungen, die Eigentümer für einen Wertzuwachs ihrer Grundstücke nach Abschluss der Stadtsanierung zahlen müssen. Starken Beifall erntete der Architekt Thomas Heinlein, als er seinem Ärger über diese Nörgeleien Luft machte: „Ich hätte hier mehr Freude erwartet, dass sich endlich was bewegen soll in Eutin.“

Bürgermeister Schulz verwies als Beispiel für die Wirkung öffentlicher Investitionen auf Scharbeutz: „Da reiben sich die Grundstückseigentümer jetzt die Hände.“ Ihm gelle immer noch in den Ohren, was er Besucher an der Stadtbucht habe sagen hören: „Das sieht hier ja aus wie in der DDR.“

 

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erstellt am 01.Nov.2013 | 00:31 Uhr

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