zur Navigation springen

Finanzkrise überwunden? : „Das Schießsportzentrum ist überm Berg“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Schießsportzentrum war in finanziellen Schwierigkeiten. Gestern stellte der Verwaltungsbeirat klar: Mit allen Gläubigern seien Weichen für einen ordnungsgemäßen Betrieb des SSZ gestellt worden.

von
erstellt am 28.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Es war mehr als ein Gerücht: Die Betreibergesellschaft des Schießsportzentrums (SSZ) Kasseedorf hatte Geldprobleme. „Das SSZ ist überm Berg. Seit Montag, 24. Februar, schwimmt es wieder in ruhigem Fahrwasser“, verkündete gestern Rudolf Meyer-Böttger vor Journalisten. Mit ausnahmslos allen Gläubigern seien Vereinbarungen getroffen und der Weg für einen soliden Betrieb des SSZ eingeschlagen worden.

Der Kreisjägermeister aus Sagau schilderte zusammen mit Geschäftsführer Malte Andresen die Wege, auf denen die drohende Zahlungsunfähigkeit für die Schießanlage abgewendet worden sei.

Schritt eins: Neben dem Vorstand der Betreibergesellschaft, in der die Kreisjägerschaften Eutin, Oldenburg, Plön und Lübeck sowie der Landesjagdverband sitzen, sei ein Verwaltungsbeirat eingesetzt worden. Ihm gehören Meyer-Böttger, Hans-Jürgen Langbehn (Schatzmeister Landesjagdverband) und Hans-Wilhelm Schlüter (Kreisjägermeister Schleswig-Flensburg) an. Gerd Schumacher, Gustav Hogreve, Klaus Klinckhamer und Ewald Kuska hätten bei Verhandlungen mit Gläubigern und Sponsoren geholfen.

Schritt zwei: die Forderung nach einer erneuten Finanzspritze an die Eigentümer-Verbände: Jeweils 30 000 Euro von der Kreisjägerschaft Oldenburg und dem Landesjagdverband, 20 000 Euro von der Kreisjägerschaft Plön, 15 000 von Eutin und 5000 von Lübeck. Alle seien dieser Forderung nachgekommen, sagte Meyer-Böttger, und das sogar schneller als erbeten. Es sei auch eine unerwartet große Spendenbereitschaft spürbar gewesen, und das mit namhaften Beträgen. Das gelte auch für Sachleistungen, die Firmen unentgeltlich erbracht hätten.

Schritt drei: Verhandlungen mit den Gläubigern, darunter die Firmen, die für die Fertigstellung der Anlage gebraucht werden. Ausnahmslos alle Betriebe hätten Bereitschaft bekundet, weiterzumachen, sagte Meyer-Böttger. dabei sei sei ein Zahlungsverzicht, sondern eine Streckung verhandelt worden. „Alle haben gesagt: Wenn die anderen mitmachen, mache ich auch mit. Und so ist es gekommen.“

Mit der Fertigstellung der verschidenen Schießbahnen und -anlagen könne endlich der richtige Betrieb aufgenommen werden, und es zeichne sich auch eine deutliche bessere Auslastung ab. Die Ausbildung von über 100 Jungjägern in vier Kursen erfolge auf der Anlage und es gebe landesweite Meisterschaften. Außerdem könne das SSZ endlich in die Werbung gehen, denn die Anlage stehe nicht nur Jägern offen, sondern allen am Schießsport Interessierten. So seien zum Beispiel sogenannte Firmenvents mit Schießen und Grillen möglich, denn unter Aufsicht dürfe jeder Mensch ab 14 Jahren auch ohne Waffen- oder Jagdschein schießen, ergänzte Malte Andresen.

Ein Beispiel für die sportliche Nutzung der Anlage ist Vincenz Haaga (18) aus Heringsdorf: Der amtierende Deutsche Meister der B-Juniorenklasse im Tontauben-Schießen (Skeet-Schießen) und Teilnehmer der Weltmeisterschaft, die September in Peru stattfand, trainiert zurzeit täglich für die Qualifikation zur Europameisterschaft. Gecoacht wird der Schüler des Oldenburger Gymnasiums von seinem Vater.

So wie Vincenz und Karl Haaga sei jeder beim SSZ willkommen, warb Meyer-Böttger, auch Besucher, die sich nur informieren wollten. „Wir wollen keinen Stress, sondern mit allen gut auskommen.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen