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Ostholsteiner Anzeiger

24. Oktober 2017 | 06:55 Uhr

Das Reet könnte rar werden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In Süsels Sümpfen sinkt der Bestand der seltenen Binsenschneide / Managementplan könnte helfen – Erste Informationen

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2016 | 11:00 Uhr

Schutzgebiete wie Fauna-Flora-Habitate müssen gepflegt werden, wenn sie dem europaweiten Netz „Natura 2000“ angehören. Wie diese Pflege aussehen wird, ist in sogenannten Managementplänen festgelegt. Für die Gebiete „Süseler Baum“ und „Süseler Moor“ mit der Kennung DE 1930-391 wird ein solcher Plan entwickelt. Zum Auftakt informierte die zuständige „Lokale Aktion (LA) Schwartau-Schwentine“ von Wasser-Otter-Mensch am Montagabend im Rathaus Süsel über Schutzwürdigkeit und Verfahren. Eigentümer, Pächter und Anlieger konnten Stellung nehmen.

Die Moore sind als kalkreiche Sümpfe in einer Moränenlandschaft erhaltenswert, wie Diplom-Geograf Carsten Burggraf von der LA Schwartau-Schwentine sagte. Die beiden Kerngebiete zeichnen sich durch einen der in Schleswig-Holstein größten Bestände an Binsenschneiden (Reet) aus. Der Süseler Bewuchs dieser stark gefährdeten Pflanze geht Burggraf zufolge ab.

Der Bestand der Moore ist vor allem durch den Eintrag von Nährstoffen gefährdet. Nach Aussage von Helmut Hagen, Vorsitzender des Kreisangelfischerverbands, versorgen sich dort Marder und Wildschwein reichlich. „Der Marder vermehrt sich so sehr, dass dort kein Wild mehr ist. Von Fassensdorf bis zum Süseler See kann kein Rehwild mehr geschossen werden.“ Die Wildschweine nehmen die Gelege weg.

Dem Angler zufolge verlanden die Gewässer. In einigen Jahren werde es keine mehr geben, befürchtet Hagen: „Ich möchte, dass die Wasserflächen erhalten bleiben, sonst verschwinden Wasservögel wie der Eisvogel und der Fischadler.“ Das beunruhigte einen Anlieger, der sich an eine Überschwemmung 2003 erinnerte.

Ein anderer Zuhörer empfahl Burggraf, auf das giftige Jakobskreuzkraut zu achten. Das wachse nicht in Mooren, entgegnete Burggraf. „Ich würde genauer hinschauen“, blieb der Zuhörer dabei.

Solche Hinweise fließen in die Vorlage des Managementplans ein. Der Plan muss Aufgaben und -ziele zur Erhaltung oder Wiederherstellung der jeweiligen Flächen ausweisen. Sie werden verbindlich festgelegt. Ideen der Entwicklung sind hingegen Möglichkeiten.

Der Bereich der Pflichten erzeugte den Unmut einiger Anwesender, die wie die Gemeindevertreter Claus Ehlers und Karsten Klüver feststellten, dass sie zum Teil bevormundet werden. Sie ernteten Zustimmung einiger anderer. Burggraf sagte, ihm sei keine Umsetzungsmaßnahme im Land bekannt, in der gegen den Eigentümer agiert worden sei. Die Zweifel blieben.


Nächster Termin: Montag, 14. März. Die Angabe von Ort und Zeit folgt.

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