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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 04:18 Uhr

Das Projekt „neue Bunker“ in Thürk

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Auf dem 25 Jahre alten Neun-Loch-Golfplatz in der Gemeinde Bosau ist erstmals ein Spielhindernis nach Sylter Vorbild gebaut worden

„Bunker sind meist aus Beton und Stahl erbaut“, heißt es unter dem entsprechenden Stichwort beim Internet-Lexikon Wikipedia. Für Golf-Spieler haben Bunker eine ganz andere Definition: Sie sind ein mit Sand gefülltes Loch. Die meisten Golf-Spieler hassen es, wenn ihr Ball in einen Bunker fällt. Aber diese „Sandkisten“ sind unverzichtbare Hindernisse auf allen Golfplätzen dieser Welt.

Ein im östlichen Holstein bislang unbekannter Bunker-Typ ist am Übungsgelände des Golfclubs Thürk im Bau: Seine Fassung entstand durch das Schichten von Rollrasen. Die senkrechte Kante soll besonders langlebig sein.

Die Idee zu diesem neuen Typ hatte der Manager der Golfanlage und Golflehrer David Walker von der Sylter Anlage Budersand mitgebracht. „Ein Problem bei Bunkern sind besonders die Kanten, die im Laufe der Jahre immer nachrutschen. Man kann sie zwar immer wieder nachstechen, aber es ist keine Lösung, die lange hält“, erläutert Walker.

Das soll bei der Schichtmethode anders sein: Die Ränder werden mit einem Gasbrenner gehärtet. Dadurch wird ein Bewuchs der senkrechten Flächen vermieden. Und es schafft eine besondere Optik: schwarze Ränder im Kontrast zu dem blütenweißen Sand des Bunkers, der sich in das Grün der Spielbahnen (Fairways) einfügt.

Der erste Bunker als Test- und Übungsbunker an der Drivingrange ist fast fertig, es fehlt nur noch ein spezieller Sand, der aus Dänemark kommt. „Bunkersand muss eine besondere Körnung habe, der Sand muss zwar fein sein, aber ein Ball darf nicht zu tief darin versinken“, erläutert der Golf-Profi.

Den Bau des neuen Bunkers haben Mitarbeiter der Ostholsteiner Dienstleistungsgesellschaft (OHDG) bewältigt, ein Unternehmen, das der Integration von Menschen mit Handicap verpflichtet ist. Die neunköpfige Abteilung Garten- und Landschaftsbau der OHDG hat – auch das ist eine Besonderheit – seit diesem Jahr Pflegearbeiten auf dem Thürker Golfplatz übernommen. Während David Walker weiter die Fairways und Greens mäht, kümmern sich die OHDG-Männer um die Pflege des Clubhaus-Geländes, sie mähen die Ränder von sechs Teichen und für Rasenmäher schwer zugängliche Ecken. Außerdem halten sie mit Gasbrennern regelmäßig die Bunker von Bewuchs frei und sie rechen die Sandflächen glatt, die häufig von Tieren aufgewirbelt werden.

Neben der Routine sahen die Männer den Bau des Bunkers als eine spannende und auch lohnende Herausforderung: „Das hat echt Spaß gemacht“, versichert Vorarbeiter Markus Weisbrich. Er hatte bei einer besonders sensiblen Aufgabe selbst Hand angelegt: Das passgenaue Zuschneiden der Rollrasenmatten. Weisbrich: „Das machen wir mit Spezialwerkzeug: einem Brotmesser. Das hat sich wirklich als beste Methode herausgestellt.“

Nach dieser erfolgreichen Premiere soll der 25 Jahre
alte Neun-Loch-Platz komplett neue Bunker bekommen. Von den vorhandenen neun Spielhindernissen sollen einige umgestaltet, andere neu gebaut werden. Walker: „Nun wissen wir, wie die Bunker aussehen werden. Vor allem eine spieltechnische sinnvolle Anordnung der Hindernisse ist gefragt, wobei die Topografie und Drainage-Möglichkeiten bedacht werden müssen.“

Das Projekt Bunker gehört zu einer Reihe von Plänen, deren Umsetzung begonnen hat oder für die nahe Zukunft gedacht ist. Dazu zählt, dass die bisherige Übungshalle auf der Drivingrange – das Gelände zum Üben von Golf-Schlägen – zu einer Fahrzeughalle umgebaut wurde und eine neue Übungshalle gebaut werden soll.

Dazu zählen auch neue Übungsmöglichkeiten: Ein neues Übungsgreen soll angelegt, die Drivingrange mit Zielfahnen attraktiver gemacht werden. Und die gefürchteten Bunker-Schläge können in dem neuen Übungsbunker trainiert werden, sobald der Sand aus
Dänemark da ist.

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erstellt am 10.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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