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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 04:45 Uhr

„Das passiert nicht noch einmal“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Stadt: Ungeeignete Kabel sollen am Montag ausgetauscht werden / Lichtkünstler erklärt, die Praxis habe sich seit Jahren bewährt

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2015 | 00:34 Uhr

Lichtkünstler Stefan Teichmann zeigte sich überrascht ob der vielen Anrufe, die gestern bei ihm aufliefen. Der Grund: Stadt, Kreis und WVE forderten ihn auf, die Installation der Lichterstadt umgehend nachzurüsten.

Teichmann: „Wir machen das jetzt im 14. Jahr und was ich mache, mache ich ordentlich und gut. Bisher ist nie etwas passiert, und es hat sich nie jemand beschwert.“ Auf die Frage, weshalb er Kabel für innen draußen verwendet, sagt er: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Outdoorstecker eher schmelzen, als das der Schutzschalter rausspringt. Mögliche Schäden wären dann höher. So wie wir die Anlagen abgesichert haben, ist noch nie etwas passiert.“

Die Absicherung erfolgt durch die Schutzschalter an den entsprechenden Gebäuden, wo Teichmann den Strom bezieht. Er betont, dass er nur für die Installation zuständig sei und dafür auch im Schadensfall die Haftung übernehme. „Der Support und die Kontrolle übernimmt ein ortsnaher Elektriker“, sagte Teichmann. Dennoch komme er jede Woche regelmäßig nach Eutin, um nach dem Rechten zu schauen.

Der Kreis und auch die Stadt haben ihn nach Feststellung der teils fehlerhaft verwendeten Kabel und Abdeckungen durch Plastiktüten aufgefordert, die Mängel abzustellen. Der Kreis habe ihm sogar schriftlich mitgeteilt, dass Teichmann bis dahin das volle Risiko trage, egal welche Schäden entstünden, sagte Fachbereichsleiter Bernd Straßburger vom Kreis.

„Das Material ist bestellt. 70 Prozent, also etwa 350 Verbindungen, sind schon jetzt mit den entsprechenden Outdoorsteckern ausgestattet, die fehlenden 60 rüste ich natürlich nach“, erklärte Teichmann. Arend Knoop versicherte: „Die Plastiktüten kommen dann auch weg.“ Laut Stadt soll der Austausch am Montag passieren. Teichmann stellt aber klar: „Nicht jedes weiße Kabel ist für innen. Viele davon sind auch für außen geeignet. An helle Fassaden hänge ich keine schwarzen Kabel mehr, weil sich die Eigentümer dann über mögliche Abfärbungen beschweren.“

Bleibt die Frage, weshalb das niemand kontrolliert? Stadtsprecherin Stein-Schmidt: „Wir haben die Anlagen am Markt für die Eröffnungsfeier alle kontrolliert.“ Diese entsprechen auch der geforderten Norm. Bei den restlichen Installationen schieben sich WVE und Lichtkünstler gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Stefan Teichmann gibt an, Knoops Elektromeister habe einige Anlagen angeschlossen, andere Verteiler habe ihm die WVE gestellt, in die er seine Kabel nur noch habe hineinstecken müssen. Laut Knoop aber hat Teichmann die Abnahme in diesem Jahr allein gemacht. „Mein Elektromeister hätte die Sachen so nicht angebaut. Wir haben die Sterne und Girlanden aufgehängt und von einer Firma anschließen lassen“, sagte Knoop.

Einigkeit herrscht aber in einem Punkt: „Die Lichterstadt ist eine tolle Aktion. Das passiert nicht noch einmal“, so Knoop.

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