Hallen-Masters : Das Minimalziel Halbfinale verfehlt

Betretene Mienen nach dem Vorrunden-Aus: Dennis Voss, Sönke Meyer, Lars Callsen und Lennart Weidner (v. li.) gehen bedient vom Feld.
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Betretene Mienen nach dem Vorrunden-Aus: Dennis Voss, Sönke Meyer, Lars Callsen und Lennart Weidner (v. li.) gehen bedient vom Feld.

Eutin 08 scheidet beim Hallen-Masters in der Vorrunde aus. Regionalligist im Angriff zu ideenlos. Knapp 1000 Eutiner Fans sorgen für tolle Stimmung.

shz.de von
08. Januar 2018, 09:15 Uhr

Eutin | Größer hätten die Gegensätze kaum sein können. Um kurz vor 17 Uhr schritt Lars Callsen am Sonnabend, dem Tag des Hallen-Masters, entspannt und gut gelaunt durch die Katakomben der Kieler Sparkassen-Arena. Knapp vier Stunden später, nach der 1:2-Niederlage gegen den TSB Flensburg und dem damit verbundenen Aus in der Vorrunde, war die Gefühlslage im Lager von Eutin 08 eine ganz andere. Ersatz-Keeper Lukas Benner ließ seine Wut an der Tür zum Kabinentrakt aus, seine Mitspieler folgten ihm mit betretenen Mienen. Auch bei Lars Callsen war die gute Laune verflogen.

„Wir sind nie richtig ins Turnier gekommen. Gegen TSB hat uns komplett die Spannung gefehlt“, meinte der angefressene 08-Coach. Dabei hätte seine Mannschaft gerade im letzten Vorrundenspiel gegen die Flensburger Spannung gebraucht – der Regionalligist benötigtee nach dem 3:1-Auftaktsieg gegen den SV Todesfelde und einer 1:4-Klatsche gegen den späteren Turniersieger SC Weiche Flensburg unbedingt einen Sieg, um weiterzukommen. Doch 08 geriet früh (2. Minute) durch Timo Carstensen in Rückstand und biss sich in den darauffolgenden Minuten an der kompakten Abwehr des Oberligisten die Zähne aus. Allerdings machten es die ideenlosen Eutiner dem TSB auch nicht wirklich schwer. „Du kannst in Rückstand geraten, aber dann musst du auch reagieren. Wir haben nie richtig angefangen, Gas zu geben. Das nervt mich“, ärgerte sich Callsen.

Zu allem Überfluss fing sich seine Mannschaft nach der Hälfte der Spielzeit das 0:2 durch Arne Ingwersen ein. Zwar sorgten Rico Bork (8. Minute) und Lennart Weidner mit einigen starken Paraden noch einmal für Hoffnung bei den knapp 1000 Eutiner Fans, aber nach vorne zeigte 08 insgesamt viel zu wenig. „Das war nicht gut von uns. So kannst du nicht ins Halbfinale einziehen“, musste dann auch Christian Rave eingestehen. Allzu lange beschäftigen will sich der 28-Jährige mit dem verkorksten Auftritt in der Sparkassen-Arena aber nicht. „Für uns zählt nur der Klassenerhalt in der Regionalliga.“

Dabei hatte es für Eutin 08 gut angefangen. Gleich im Eröffnungsspiel wartete der stimmungsvolle Höhepunkt: 1000 Eutiner und 700 Todesfelder Anhänger sorgten in der mit 8700 Zuschauern ausverkauften Arena für Gänsehaut-Atmosphäre. Der erste kollektive Jubelschrei ertönte im 08-Block, als Thies Borchardt schon nach 45 Sekunden für das 1:0 sorgte. Sönke Meyer (7. Minute) und Rasmus Tobinski (12.) mit einem satten Schuss unter die Latte brachten den 3:1-Sieg – Yannick Chaumont (10.) hatte zwischenzeitlich verkürzt – unter Dach und Fach. „Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht“, meinte Lennart Weidner, der mit Abstand der bester Eutiner beim Hallen-Masters war, im Anschluss. „Super geil, so reinzukommen“, war auch Lars Callsen zu diesem Zeitpunkt noch bester Laune. Gänzlich überzeugt hatte seine Mannschaft jedoch schon im Auftaktspiel nicht.

Dieser Trend bestätigte sich im zweiten Gruppenspiel gegen Weiche Flensburg. Eutin erwischte zwar einen Start nach Maß und ging nach 60 Sekunden durch ein Strafstoßtor von Sönke Meyer in Führung, doch dann erteilte der zweifache Titelverteidiger dem Regionalliga-16. eine Lehrstunde in Sachen Hallenfußball. Weiche machte hinten geschickt die Räume dicht und nutzt vorne konsequent die Lücken. „Das haben sie richtig gut gespielt“, lobte Sönke Meyer. Da der TSB Flensburg in der folgenden Partie ein 0:2 gegen Todesfelde innerhalb von 180 Sekunden in ein 4:2 drehte, war klar: Eutin 08 musste das „Endspiel“ gegen den Oberligisten gewinnen, um ins Halbfinale zu kommen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch an einer behäbigen Leistung des Callsen-Teams.

Trotz des frühen Ausscheidens war das Hallen-Masters für die 08-Fußballer wieder ein großes Erlebnis. Gerade die Spieler, die zum ersten Mal dabei waren, zeigten sich von der Atmosphäre beeindruckt. „Ich bin echt froh, dass ich hier mitspielen durfte“, sagte Rasmus Tobinski. „Es ist ärgerlich, dass es so schnell vorbei war und wir unsere Fans nicht belohnen konnten. Im letzten Spiel waren wir einfach nicht da“, fügte der 19-Jährige hinzu.

Auch wenn 08 einen schlechten Tag erwischt hatte, feierte der Eutiner Anhang die Mannschaft nach dem Ausscheiden. „Unsere Fans waren einfach überragend“, meinte Christian Rave. In der Tat hätte ein Eutiner Weiterkommen der Stimmung in der Sparkassen-Arena gut getan.

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