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Kreis Plön : Das Lernen der Zukunft wird digital

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Diskussion zum Thema „Digitales Klassenzimmer“ am Friedrich-Schiller-Gymnasium. Schulen fordern schnelles Internet.

von
erstellt am 04.Nov.2015 | 07:30 Uhr

Preetz | Über das Grundsätzliche waren sich alle Teilnehmer der Podiumsdebatte schnell einig: „Die Frage lautet nicht mehr, ob wir für oder gegen die Einbindung digitaler Medien in den Schulalltag sind“, gab Lutz Schlünsen, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Plöner Kreistag, schon zu Beginn seiner Eröffnungsrede die Richtung der knapp zweistündigen Diskussionsveranstaltung vor. Dazu hatte die SPD unter der Überschrift „Digitales Klassenzimmer: Chancen und Herausforderungen für unsere Schulen“ am Montagabend in die Aula des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Preetz (FSG) geladen. Schlünsen war klar: vielmehr müsse heute darüber gesprochen werden, wie die Integration moderner Informationstechnik in den Unterricht am besten gelänge. Doch er gab auch zu: „Wir haben hier noch einen langen Weg vor uns.“

Um sich über diesen zu informieren, waren letztlich knapp 50 Besucher der Einladung des SPD–Kreisverbandes gefolgt. Präsentiert wurde ihnen dann zunächst ein Impulsreferat des Hamburger Netzpolitikers Nico Lumma, der seinen Appell vor allem an die Lehrkräfte richtete. So habe er oft das Gefühl, viele Lehrer würden mit ihren Unterrichtsmethoden noch im letzten Jahrtausend feststecken. „Das Credo ,Lebenslanges Lernen’ sollte aber doch auch im Lehrerzimmer gelten.“

Anschließend stellte Maike Schubert mögliche Ansätze zur Einbindung moderner Informationstechnik in das Lehrkonzept vor. Schubert sprach als Leiterin der Freiherr-vom-Stein-Schule in Neumünster, einer Modellschule des Landes beim Lernen mit digitalen Medien, von vielen positiven Erfahrungen im Unterrichtsalltag: „Wir lernen in diesem Bereich ja selbst alle noch ständig dazu, doch die grundsätzliche Richtung halte ich nach wie vor für alternativlos.“

Einigermaßen kontrovers wurde es dann bei der abschließenden Podiumsdiskussion, an der neben Maike Schubert, Nico Lumma und Lutz Schlünsen auch noch FSG–Schulleiterin Anja Grabowsky, Schülerin Adriana-Vivien Szablewska und Axel Böhm, Leiter des Regionalen Berufsbildungszentrums des Kreises Plön (RBZ) teilnahmen. Böhm mahnte dabei vor allem den richtigen Umgang mit dem rechtlichen Rahmen an und schloss sich in der Folge der Kritik seiner Kollegin Anke Grabowsky an, die zuvor die unzureichenden Netzkapazitäten als primäres Hindernis für die Umsetzung des „Digitalen Klassenzimmers“ im Kreis Plön bemängelt hatte. „Warum brauchen wir überhaupt erst ein Konzept, wenn die Voraussetzungen für dessen Umsetzung gar nicht vorhanden sind?“, fragte die Hausherrin des FSG in Richtung Lutz Schlünsen. Dieser begründete die zögernde Haltung der SPD-Kreistagsfraktion zum Ausbau des Glasfasernetzes an Schulen (wir berichteten) mit Bedenken bezüglich des Finanzierungskonzeptes, doch verdeutlichte Adriana-Vivien Szablewska die missliche Lage nochmals an einem Beispiel: „Wenn wir zum Laden eines fünfminütigen Videos fast die ganze Schulstunde brauchen, sind wir vom digitalen Klassenzimmer noch ganz schön weit weg.“

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