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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 02:45 Uhr

Das Land verkauft sich neu

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Regierung stellt Marketing-Kampagne vor – sieht aber Verbesserungsbedarf

von
erstellt am 28.Aug.2013 | 00:35 Uhr



Bei der Suche nach einem Werbespruch für Schleswig-Holstein hat sich schon mancher eine blutige Nase geholt. Zuletzt scheiterte Ex-Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) daran, den Slogan „Schleswig-Holstein – Land der Horizonte“ auf den Autobahnschildern durch „Wirtschaftsland Schleswig-Holstein“ zu ersetzen. Jetzt wagt der amtierende Amtskollege Reinhard Meyer (SPD) einen neuen Anlauf. Künftig soll das Land mit dem Leitsatz „Schleswig-Holstein – Der echte Norden“ von sich reden machen. „Damit wollen wir das Profil des Landes besser sichtbar machen und Aufbruchsstimmung erzeugen“, sagte er gestern bei der Präsentation der neuen Dachmarke in Kiel. Seit Jahren sei von der Wirtschaft ein einheitlicher Auftritt des Landes eingefordert worden.

Neben dem Schlüsselsatz „der echte Norden“ wurde für den neuen Auftritt aus den Wappenelementen – Löwe und Nesselblatt– ein neues Bildzeichen in den Landesfarben weiß-rot-blau entwickelt.

Das Kabinett hat das Konzept bereits unter dem Vorbehalt abgesegnet, dass die grafische Darstellung – „das Nesselblatt sieht aus wie ein Hummer“ – noch überarbeitet wird. Noch in diesem Jahr sollen Briefköpfe, Broschüren und Internetauftritte aller Ministerin und nachgeordneter Behörden auf das neue Logo umgestellt werden– auch die Autobahnschilder an der Landesgrenze.

Bislang wurde an zwei Agenturen – darunter auch an die, die schon den Austermann-Entwurf zu verantworten hatte – 96 000 Euro bezahlt. Weitere Ausgaben fallen an, wenn ab 2014 die Kampagne im großen Stil bei Partnern aus Wirtschaft und Verbänden beworben wird.

Die Reaktionen sind zunächst noch verhalten. „Das beste Marketing der Welt hilft dem Standort nicht, wenn die Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Verkehrsanbindung mangelhaft sind“, erklärte der FDP-Abgeordnet Oliver Kumbartzky in Anspielung auf das Rendsburger Brückendesaster.

Auch der CDU-Fraktionschef Johannes Callsen ist skeptisch: „Eine Himmelsrichtung ist kein Alleinstellungsmerkmal“. Um diesen Slogan bundesweit zu etablieren, brauche Meyer ein Werbebudget in zweistelliger Millionenhöhe. Dieses Geld sei besser im Straßenbau angelegt, „damit die Touristen ins Land kommen können“. Seite 17 / Kommentar Seite 21

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