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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 23:11 Uhr

Das Land der Senioren

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Schleswig-Holstein: Jeder fünfte Bürger älter als 65

Schleswig-Holstein ist das Mekka für Senioren: Im nördlichsten Bundesland leben derzeit 607  000 Menschen, die 65 Jahre oder älter sind. Mit einem Anteil von 21,7 Prozent hat Schleswig-Holstein nach dem Saarland im Bundesvergleich den höchsten Seniorenanteil.

Das zeigen gestern veröffentlichte Zahlen des Statistischen Landesamtes aus dem Mai 2011, denen der Zensus zugrunde liegt. Echt alt sind im Norden die Ostholsteiner: Im Kreisgebiet war bereits 2009 jeder vierte Einwohner älter als 65, bis zum Jahr 2030 wird es laut Prognose der Bertelsmann-Stiftung jeder dritte sein – und sogar jeder zweite Ostholsteiner dann älter als 55.

Die Senioren bieten Chancen für Schleswig-Holstein, stellen das Land aber ebenso vor Herausforderungen. „Die gegenwärtige Rentnergeneration ist noch relativ vermögend und traditionell im stationären Einzelhandel verankert“, sagt Monika Dürrer, Geschäftsführerin des Einzelhandelsverband Nord (EHV) in Kiel. Der Handel müsse sich aber darauf einstellen, dass diese Zielgruppe weniger mobil ist.

„Die nächsten 20 bis 30 Jahre werden zu einer starken Veralterung führen“,
sagt der Demografie-Experte
und Volkswirt Bernd Raffelhüschen. 2001 waren laut Volkszählung in Schleswig-Holstein etwa 480  000 Menschen (17,2 Prozent) 65 Jahre oder älter. Vorausrechnungen gehen davon aus, dass die Anzahl der älteren Menschen 2030 auf etwa 800  000 steigt. Etwa 68  000 Schleswig-Holsteiner sind derzeit mindestens 85 Jahre alt und gelten damit als hochbetagt. Drei Viertel davon waren Frauen.

Professor Raffelhüschen: „Die größten Probleme werden in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein im Gesundheitssektor liegen, die allergrößten Probleme in der Pflege.“ Die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen werde sich bis 2040 verdoppeln. „Das wird teuer“, sagt Raffelhüschen. Würde man den Standard von heute beibehalten, müsste der Beitragssatz von zwei Prozent auf acht Prozent steigen. Raffelhüschen: „Der Leistungsempfänger der Zukunft kann sich darauf einstellen, nicht mehr das heutige Leistungsniveau zu bekommen.“ Seite 15 / Kommentar

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erstellt am 09.Feb.2015 | 18:03 Uhr

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