Das konnte nicht mehr gut gehen

bu autor

von
18. Juni 2014, 16:57 Uhr

Fristlos gekündigt – dieses krachende Ende ihrer 1996 elanvoll begonnenen Arbeit hat Juliane Moser nicht verdient. Auch wenn ihr oft sehr bestimmtes Auftreten und ihr nicht immer strukturiertes Vorgehen bei Verwaltungsaufgaben kritikwürdig waren, hat sie doch eine Menge fürs Schloss erreicht, von einem sehr aktiven Förderverein bis zu einer internationalen Vernetzung dieses Kulturdenkmals.

Man muss kein Prophet sein, um ihr auf dem Klageweg gute Chancen für einen besseren Abgang aus dem Dienst der Stiftung Schloss Eutin vorauszusagen. Denn die offiziell noch ungenannte Begründung für ihren Rauswurf klingt ganz weit hergeholt: Wer kann ernsthaft glauben, dass die Baubehörde das Schloss schließen würde, nur weil 2011 versäumt wurde, eine Nutzungsgenehmigung für Schlossführungen mit Audioguides zu beantragen?

So abwegig die Kündigung erscheint, so absehbar war eine baldige Trennung der Kunsthistorikerin von der Stiftung. Zu verhärtet waren längst die Fronten: Jahrelang stand der Vorstand bei Vorschlägen, die mehr Besucher bringen sollten, auf der Bremse. Plötzlich aber
ist Geld da für populäre Ideen, deren Realisierung Moser ebenso abrupt nur noch aus der zweiten Reihe mitgestalten sollte. Ein Partyschloss aber ist nicht ihre Welt – Zeit zu gehen.

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