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Ostholsteiner Anzeiger

18. August 2017 | 11:02 Uhr

Eutin : Das Jahr der starken Frauen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Bürgergemeinschaft Eutin gibt zum 37. Mal einen Kalender mit städtischen Motiven heraus.

Es ist der 37. Kalender, den die Bürgergemeinschaft Eutin veröffentlicht. Traditionell zeigen die monatlichen Kalenderblätter historische Aufnahmen von Häusern, viele davon haben einen Bezug zu dem Thema von Texten auf der Rückseite: „Starke“ Frauen in Eutin.

Bei den Recherchen sei man nicht nur auf Frauen gestoßen, die mit erfolgreichen Männern verheiratet gewesen seien, berichtete Regine Jepp gestern bei der Vorstellung des neuen Kalenders. Die Sprecherin der Bürgergemeinschaft hat die Texte verfasst. Zu den ausgewählten Frauen zählt die Malerin Louise Wagner, Krankenhaus-Mäzenin Juliane Janus, die ebenfalls sozial engagierte Charlotte Vahldiek sowie die Gastwirtinnen Dora Janus (Voss-Haus) und Hermine Holzbach (Uklei-Forsthaus). Weitere Frauenschicksale sind die an Kälte und Unterernährung gestorbene Jenny Nathan, die künstlerisch aktive Gertrud Peters oder Anna Haenel, die nach dem frühen Tod ihres Mannes einen Futter- und Düngemittelhandel führte. Louise Zietz, durch verwandtschaftliche Beziehungen nach Eutin gekommen, war eine Kämpferin für Sozialismus und für die Rechte der Frauen. Aber auch den namenlosen Dienstmädchen ist als „wahren Heldinnen des Alltags“ ein Kapitel gewidmet.

Beschrieben wird auch Irmgart Petersen (1922–2009), die im Umgang mit anderen Menschen als schwierig galt. Kein Wunder, sagt Regine Jepp. Ihr Vater habe sich umgebracht, weil er die Schmach des verlorenen Krieges nicht ertragen habe. Ihr Onkel, den Irmgart Petersen sehr geliebt habe, sei 1942 im Konzentrationslager Buchenwald ermordet worden. Er war homosexuell.

Kreispräsident Ernst Rüder nannte den Kalender gestern eine herausragendes, beispielloses Projekt. Die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Silke Meints, bekundete Freude ob des Schwerpunktes „Starke Frauen“, und Karlheinz Jepp berichtete in seiner Funktion als stellvertretender Bürgervorsteher, dass jedes Jahr an die 150 Exemplare des Kalenders von Repräsentanten der Stadt verschenkt würden – bei Ehejubiläen (ab Goldene Hochzeit) oder Geburtstagen (ab 90. Geburtstag).

Wer nicht damit rechnen kann, dass er einen Kalender geschenkt bekommt: Am Gründonnerstag (13. April) startet nachmittags in den Geschäften von LMK und bei Massur der Verkauf – wie gewohnt zum Preis von elf Euro. 800 Exemplaren wurden gedruckt. Aus den Einnahmen will die Bürgergemeinschaft wieder Projekte eines gepflegten Stadtbildes fördern, vor allen eine Restaurierung des Ehrenmals auf dem Markt.

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erstellt am 10.Apr.2017 | 17:13 Uhr

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