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Kasseedorf : „Das Ehrenmal bleibt so, wie es ist“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Einwohnerversammlung in Griebel lehnt eine Verlegung ab, aber die Diskussion über die Pflege der Anlage bleibt ohne Lösung.

von
erstellt am 26.Jun.2015 | 16:00 Uhr

Eine Verlegung des Ehrenmals in Griebel und der Verkauf des Grundstückes sind endgültig vom Tisch. Das ist das Ergebnis einer angeregten Diskussion in der Einwohnerversammlung am Dienstagabend. Offen blieb aber, wer künftig verlässlich die kleine Grünanlage pflegen wird.

Ehren-Gemeindewehrführer Artur Ahrens wies auf Plattdeutsch die Richtung, als er im Vereinsheim das Wort ergriff und viel Beifall erntete. Auf dem Gedenkstein seien die Namen der Männer aus Griebel und Umgebung verzeichnet, die in zwei Weltkriegen ihr Leben gelassen hätten. Ihr gewaltsamer Tod müsse Mahnung zum Friedenhalten für alle folgenden Generationen sein. Ahrens: „Dat is een Mahnmal för de Tokunft, dat hört hier und nirgendwo anners hin!“

Dagegen erhob sich kein Widerspruch mehr. Aber zwei Fragen bestimmten dann die weitere Aussprache. Frage 1: Wer sorgt dafür, dass das von einer Hecke und einer Rasenfläche umgebene Ehrenmal ansprechend aussieht? Frage 2: Wer hat das Thema einer Verlegung eigentlich aufgebracht?

Zu Letzterem wies Bürgermeisterin Regina Voß bereits zur Eröffnung der Aussprache darauf hin, dass kein Entscheidungsdruck mehr bestehe. Denn die Anwohnerin Dr. Block, die im Vorjahr ihr Interesse am möglichen Erwerb einer Teilfläche am Ehrenmal als Parkplatz für ihre Tierarztpraxis bekundet habe, verfolge jetzt andere Pläne. Das bestätigte die Tierärztin, beklagte aber zugleich den weiterhin ungepflegten Zustand am Ehrenmal.

Sie hatte, wie im Dezember im Finanzausschuss verlautete, aufgrund einer entsprechenden Anregung des SPD-Fraktionsmitglieds Frank Pahl eine offizielle Kaufanfrage an die Gemeinde gestellt (der OHA berichtete). Von diesem Anstoß wollte jetzt aber kein Gemeindevertreter mehr laut etwas wissen. Christian Stahl (SPD) meinte, dass aus den Gremien heraus niemand das Ehrenmal antasten wolle, die im Winter in Griebel entstandene Diskussion dazu habe sich „verselbstständigt“.

Bürgermeisterin Voß stellte klar, dass die Gemeinde nichts gegen den Bürgerwillen tun werde: „Es bleibt so, wie es ist.“ Allerdings könne der Bauhof angesichts der Fülle seiner Aufgaben bei der Pflege der Anlage nur beschränkt helfen. Sie appellierte an die Einwohner, wie früher mehr Eigeninitiative zu zeigen.

Doch Landwirt Henning Prüß, der wie Ahrens und andere Ältere viel für das Ehrenmal getan hat, äußerte da wenig Hoffnung: „Wo sind bei dieser Aussprache unsere Kinder?Wo sind sie am Volkstrauertag?“ Ein Mahnmal könne nur dann wirken, wenn es Anteilnahme auslöse, doch die verflüchtige sich.

„Die Einstellungen haben sich geändert. Wie viel Sinn macht es, etwas aufrecht zu erhalten, wenn keiner mehr teilnehmen will“, räumte Voß ein. Andererseits sei Krieg weiterhin eine reale Bedrohung und wüte auch in Europa. Um das zu zeigen, seien Mahnrituale wichtig.

Britta Riemann (CDU) regte an, dass Thema Ehrenmal-Pflege als Thema für die Zukunftswerkstatt aufzunehmen. Diesen Workshop für Bürger richtet die Gemeinde am 11. Juli im Griebeler Vereinsheim aus, er findet von 11 bis 16 Uhr statt.

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