Geschäftsaufgabe : Das Aus für den Kaufmannsladen in Riemannstraße

Das Kapitel Riemannstraße  hat Kaufmann Ralf Zimmermann abgeschlossen. Foto: Buhmann
Das Kapitel Riemannstraße hat Kaufmann Ralf Zimmermann abgeschlossen. Foto: Buhmann

Der Laden in der Riemannstraße schließt. Der Inhaber kapituliert vor der Straßensperrung: "Kunden kommen nicht her", sagt er.

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23. November 2009, 12:42 Uhr

Eutin | Auch das noch: In der Nacht vor dem allerletzten Verkaufstag haben Einbrecher das Lebensmittelgeschäft an der Riemannstraße heimgesucht. Sie zerstörten mit einem Steinwurf eine Frontscheibe und entwendeten Zigaretten und Bargeld aus dem Laden, der seit dem Wochenende geschlossen ist.

Inhaber Ralf Zimmermann aus Hutzfeld wertete den Einbruch als letztes Ärgernis in einer Kette unerfreulicher Entwicklungen für seine Filiale in Eutin. Seit Juni 2003 betreibt der Kaufmann hier an einem jahrzehntelang etablierten Standort ein Geschäft in Kooperation mit Coop unter der Marke "Topkauf".
"Die Kunden wissen, wo ich bin, kommen aber nicht hin"
Das Sortiment zielte auf die Nahversorgung: Kunden kamen aus der Nachbarschaft, vom Kampgelände und aus Fissau, Sie konnten hier auf dem Heimweg aus der Stadt noch schnell anderswo Vergessenes und Frischware einkaufen. Bis 2008 habe Konzept gut funktioniert, doch in diesem Jahr sei der Umsatz deutlich nach unten an die Rentabilitätsgrenze gegangen.

Zimmermanns Begründung: "Die West- und die neue Kerntangente haben natürlich Kunden abgeleitet. Vor allem aber macht uns die lange Sperrung der Riemannstraße zu schaffen. Die Kunden wissen, wo ich bin, kommen aber nicht hin."
"Jetzt müssen alle in die Stadt fahren."
Mit dem Auto jedenfalls nicht. Und zu Fuß kämen ohnehin nur wenige, sagt der Kaufmann. Die Stadt habe ihm zwar angeboten, große Werbeschilder an der Umgehungsstraße aufzustellen. Aber da die Riemannstraße auch 2010 Baustelle sein werde, bleibe das Problem mit der Zuwegung weiter bestehen.

Daher habe er sich im September entschieden, den Laden zum Advent zu schließen. Betroffen davon sind neun Mitarbeiterinnen; drei wolle er künftig in seinem neuen Edeka-Markt in Hutzfeld beschäftigen. Die Stammkundschaft habe entsetzt reagiert: "Jetzt müssen alle in die Stadt fahren."

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