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Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 13:43 Uhr

Das Amt will für Flüchtlinge bauen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Schlichtwohnungen in Schönwalde sollen erweitert werden

von
erstellt am 21.Okt.2015 | 12:12 Uhr

Fünf neue Wohneinheiten für 20 bis 30 Flüchtlinge will das Amt Ostholstein-Mitte bis zum Frühjahr 2016 auf dem Gelände der vorhandenen Unterkünfte an der Oldenburger Straße in Schönwalde bauen. Das auf 470  000 Euro geschätzte Vorhaben beschloss der Amtsausschuss am Dienstag in
einer Sondersitzung zur Flüchtlingsunterbringung einstimmig.

Für rund 84  000 Euro soll auch eine bisher als abgängig geltenden Unterkunft in Groß Schlamin saniert werden und ebenfalls zum Frühjahr in zwei Wohneinheiten zwölf Personen Obdach bieten. Einzig Schashagens CDU-Gemeindevertreter Ulrich Knoll stimmte dagegen. Einstimmig nahm der Ausschuss das Angebot des Sierksdorfer Bürgermeisters Volker Weidemann (CDU) zur Anmietung seiner Ferienwohnung als Flüchtlingsunterkunft an.

Amtsvorsteher Peter Zink erläuterte eingangs der Sitzung die aktuelle Entwicklung der Flüchtlingszahlen für die fünf Gemeinden des Amtes. 177 Personen müssten offiziell bis Ende des Jahres im Amtsbereich untergebracht werden. 94 seien bereits da. Hochgerechnet auf das erste Quartal 2016 rechne die Verwaltung mit 160 Neuzuweisungen.

Die Mitarbeiter um Fachbereichsleiter Wolfgang Kocks agierten sehr vorausschauend und engagiert, lobte Zink. Dennoch stießen sie an ihre Grenzen. So beschloss der Ausschuss einstimmig die Schaffung einer zusätzlichen Stelle.

Obwohl sich die Flüchtlingszahlen seit Januar um mehr als das Vierfache erhöht hätten, sei man noch lange weit davon entfernt, in privaten Wohnraum einzugreifen, so Zink. Niemand müsse fürchten, dass Wohnungen oder Zimmer beschlagnahmt würden. Vorher würde man auf öffentliche Gebäude zurückgreifen, wovon das Amt ebenfalls noch weit entfernt sei. Allerdings werde die Suche nach freien Wohnungen schwerer und das Amt sei auf Angebote der Bürger angewiesen. Kocks sprach mit Blick auf das Angebot Weidemanns von einem großen Potenzial, das in Ostholstein mit Ferienwohnungen vorhanden sei. Mit der Vermietung ließen sich zwar keine Höchstpreise wie in der Urlaubssaison erzielen, aber vielleicht überzeuge den einen oder anderen Vermieter ja die Aussicht auf eine kontinuierliche Einnahme.

Er widersprach Gerüchten, wonach das Amt 30 Euro pro Tag und Person für die Unterbringung zahle: „Hier kann keiner in fünf Minuten reich werden.“ Es gebe klare Vorgaben über die erstattungsfähigen Beträge, die sich im Bereich der ortsüblichen Mieten bewegten. Mehr könne und wolle das Amt nicht zahlen, betonte Zink.

Die beiden geplanten Bauvorhaben sollen die Kasse von Amt und Gemeinden nicht belasten, sagte Zink weiter. Es gebe zwar keine Zuschüsse, aber die Investitionsbank gebe zinslose Darlehen, die durch Zahlungen für die Unterbringung von Flüchtlingen getilgt werden könnten. Sowohl bei der Sanierung in Groß Schlamin als auch beim Neubau in Schönwalde habe man eine nachhaltige Nutzung im Auge: Während das Objekt in Groß Schlamin nach einer geplanten Verlegung der Bahntrasse vielleicht gut verkauft werden könne, deckten die fünf Wohnungen in Schönwalde auch den absehbaren Bedarf an Schlichtwohnungen für Obdachlose.

Die Wohneinheiten hat der Neustädter Architekt Harm Hoffmann in Form von zwei mal vier Meter großen Modulen in Holzständerbauweise geplant, die mit 22 Zentimeter dicken Außenwänden die energetischen Standards erfüllten. Im Kern besteht jede Wohneinheit aus zwei hintereinander angeordneten Modulen an die je nach gewünschter Größe weitere Module als Zimmer angeordnet werden. Beheizt werden die Wohnungen über eine Zentralheizung in einem Nebengebäude, in dem sich auch zusätzliche Abstellräume für die Wohnungen befinden werden.

Breite und Aufteilung der acht Meter tiefen Baukörper mit Pultdach soll die Verwaltung bis zur nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses am 16. November konzipieren, ebenso soll die Entwässerung geklärt und eine Bauvoranfrage gestellt werden. Dabei setzt das Amt auf die Lockerungen des Baurechtes für Flüchtlingsunterkünfte, da die auf maximal sechs Jahre befristet sind, das Gebäude aber darüber hinaus genutzt werden soll.


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